Das Gesundheitswesen
in der Schweiz
2007
Gesundheitsindikatoren
Wohnbevölkerung
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Immer mehr Personen über 65
Um 1900 zählte die Schweiz rund 3.3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Heute sind es über sieben Millionen. Innerhalb dieser Zeitspanne hat sich der Anteil der über 65-Jährigen beinahe verdreifacht. Jede sechste Person in unserem Land ist älter als 65 Jahre. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis zu 14 Jahren hat sich im gleichen Zeitraum halbiert.

Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz nahm 2006 um rund 49 600 Personen zu und betrug am Jahresende 7 508 739. Ausschlaggebend für die Veränderung ist neben einem Geburten­überschuss insbesondere die Migration.
Entwicklung der Wohnbevölkerung seit 1900 (in Tausend)
Quelle: Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP), diverse Jahrgänge.
Bundesamt für Statistik, ­Neuchâtel.
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Ständige Wohnbevölkerung in den Jahren 1900, 1950 und 2006
Quelle: Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP), diverse Jahrgänge.
Bundesamt für Statistik, ­Neuchâtel.
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Mittlere Lebenserwartung
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Steigende Lebenserwartung
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts betrug die mittlere Lebenserwartung eines Neugeborenen in der Schweiz weniger als 50 Jahre, nicht zuletzt wegen der hohen Säuglingssterblichkeit.

In den letzten 100 Jahren hat sich dank verbesserter Hygiene, höheren Lebensstandards, gesünderer Ernährung und einer qualitativ guten Gesundheitsversorgung die Lebenserwartung in der Schweiz markant erhöht. Im Jahr 2005 betrug sie beim Mann ab Geburt im Durchschnitt 78.7 Jahre, bei der Frau 83.9 Jahre. Die Lebenserwartung einer 65-jährigen Frau war um 3.5 Jahre höher als diejenige eines 65-jährigen Mannes.

In der Schweiz werden Frauen und Männer jedoch nicht nur älter, sondern auch gesünder älter. Die Lebensqualität vieler alter Menschen hat sich dank medizinischer Fortschritte und einem
bewussteren Lebensstil spürbar verbessert.
Mittlere Lebenserwartung nach Geschlecht seit 1900
Quelle: Statistisches Jahrbuch der Schweiz, diverse Jahrgänge. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Veränderung der Säuglingssterblichkeit
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Niedrige Säuglingssterblichkeit
Gleichzeitig mit der seit Jahrzehnten steigenden Lebenserwartung ist die Säuglingssterblichkeit in der Schweiz laufend gesunken. Heute sterben im Durchschnitt 4 von 1 000 lebend geborenen
Kindern. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf eine Verbesserung der Hygiene, aber auch der medizinischen Versorgung, der Gesundheitspflege und der Ernährung zurückzuführen.

Im weltweiten Vergleich ist die Säuglingssterblichkeit in der Schweiz tief. Die Indikatoren Säuglingssterblichkeit und Lebenserwartung für Frauen und Männer sind Hinweise auf das hohe Gesundheitsniveau in unserem Land.

In der Schweiz kommen besonders viele Kinder zu früh auf die Welt, wie eine Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS) über die Neugeborenen im Jahre 2004 in Schweizer Spitälern zeigt. Mit 9 Prozent Frühgeborenen unter der 37. Schwangerschaftswoche steht die Schweiz in Europa hinter Österreich an zweiter Stelle. Die grosse Mehrzahl der Kinder kommt gesund und ohne Komplikationen zur Welt.
Veränderung der Säuglingssterblichkeit
Quelle: Statistisches Jahrbuch der Schweiz, diverse Jahrgänge. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Sterbeziffern
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Höhere Sterblichkeit bei Männern
Die Sterblichkeit ist bei Männern generell höher als bei Frauen. Dies betrifft alle Altersgruppen und hat sich über die Jahre nicht wesentlich verändert. In der Schweiz sterben im Alter von 20 – 24 Jahren sogar fast dreimal mehr Männer als Frauen.
Sterbeziffern
Quelle: Todesursachen-Statistik 2004. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Wichtigste Todesursachen
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Todesursache Nummer eins
Im Jahr 2004 wurden in der Schweiz 60 180 Todesfälle registriert. Mit 37.3 Prozent liegen die Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer noch an der Spitze der Todesursachen, obwohl deren Zahl seit über zehn Jahren dank medizinischen Fortschritten abnimmt.

Auf dem zweiten Platz folgen die Tumorerkrankungen. Ihr Anteil ist innert Jahresfrist um 1.3 Prozentpunkte gestiegen.
Verlauf der wichtigsten Todesursachen
Quelle: Todesursachen-Statistik, diverse Jahrgänge. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Wichtigste Todesursachen
Quelle: Todesursachen-Statistik 1980, 2004. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Die häufigsten Todesursachen bei Frauen und Männern
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Die häufigsten Todesursachen bei Frauen 2004
Quelle: Todesursachen-Statistik 2004. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Die häufigsten Todesursachen bei Männern 2004
Quelle: Todesursachen-Statistik 2004. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Todesfälle infolge Herz-Kreislauf-Erkrankungen
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Wichtigstes Herz-Kreislauf-Problem: Herzinfarkt
Die Todesfälle infolge Herz-Kreislauf-Erkrankungen gingen zwischen 1980 und 2004 um 21.4 Prozent zurück.

Dabei entfielen von den Todesfällen, die durch Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems verursacht wurden, 75.4 Prozent auf Herzkrankheiten (aufgeschlüsselt in der unten stehenden Tabelle). Sie haben verglichen mit 1980 um 8.6 Prozentpunkte zugenommen. Zu den bedeutendsten gehören die ischämischen Herzkrankheiten (Erkrankungen aufgrund von Durchblutungsstörungen) wie z. B. der Herzinfarkt. Sie sind für über die Hälfte der Todesfälle infolge Herzkrankheiten verantwortlich.
Differenzierung der Todesfälle infolge Herzkrankheiten
Quelle: Todesursachen-Statistik 1980, 2004. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Todesfälle infolge Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Quelle: Todesursachen-Statistik 1980, 2004. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Todesfälle infolge Krebserkrankungen
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Krebstod als zweithäufigste Todesursache
Seit vielen Jahren rangieren die Krebserkrankungen in der Todesursachen-Statistik an zweiter Stelle hinter den Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Jeder vierte Todesfall ist derzeit auf eine Krebserkrankung zurückzuführen. Zwischen 1980 und 2004 stieg die entsprechende Zahl um 11.9 Prozent von 14 231 auf 15 927.

Die Struktur der Krebstodesfälle hat sich kaum verändert. Wie in den Vorjahren entfällt der grösste Teil auf die bösartigen Tumore der Verdauungsorgane, gefolgt von den Tumoren der Atmungsorgane sowie dem Brustkrebs und den Tumoren der weiblichen Genitalorgane. Bei den Frauen nimmt die Anzahl der Todesfälle infolge Krebserkrankung in Brust, Magen oder Dickdarm ab, einzig beim Lungenkrebs wird eine Zunahme verzeichnet. Bei den Männern ist der Lungenkrebs noch immer die häufigste Todesursache bei Krebserkrankungen.

Eine entscheidende Rolle bei Krebs spielt der Zugang zu einer modernen Behandlung, wie etwa Antikörpertherapien. In Ländern, wo Krebspatienten raschen Zugang zu den neuen Medikamenten haben, sind ihre Überlebensraten am grössten. Eine Studie des schwedischen Karolinska-Institutes1 zeigt, dass in Europa im Zugang zu Krebsmedikamenten grosse Unterschiede bestehen. Während Patienten in der Schweiz, in Österreich und in Spanien neue Krebsmedikamente rasch erhalten, werden diese beispielsweise in Grossbritannien oder in Polen nur unterdurchschnittlich eingesetzt.

1 Karolinska Institutet; Stockholm School of Economics: «A pan-European comparison regarding patient access to cancer drugs» 2005.
Todesfälle infolge Krebserkrankungen
Quelle: Todesursachen-Statistik 1980, 2004. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Krebssterblichkeit bei Frauen und Männern
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Krebssterblichkeit bei Frauen (nach Organ)
Berechnung: direkte Methode, europäische Standardbevölkerung.
Quelle: Todesursachen-Statistik 2004. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Krebssterblichkeit bei Männern (nach Organ)
Berechnung: direkte Methode, europäische Standardbevölkerung.
Quelle: Todesursachen-Statistik 2004. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel.
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Aids: Anzahl der Erkrankungsfälle
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Erfolg dank neuer Aidstherapien
Die allgemeine Verfügbarkeit hochaktiver antiretroviraler Medikamente führte seit 1996 zu einem starken Rückgang der neuen Aidsfälle. In den letzten beiden Jahren hat sich diese abnehmende Tendenz wieder verstärkt. In der Schweiz erfolgt die überwiegende Zahl der Neuinfektionen auf sexuellem Weg. Der heterosexuelle Ansteckungsweg hatte seit Anfang 1990er Jahre den grössten Anteil an den neu diagnostizierten Fällen. Dank der Anwendung antiretroviraler Kombinationstherapien ist auch die Zahl der aidsbedingten Todesfälle stark zurückgegangen. Die hochwirksamen Medikamente können bei einem grossen Teil der HIV-infizierten Personen die Krankheitsprogression stark verlangsamen.
Entwicklung der aidsbedingten Todesfälle
Quelle: Aids-Statistik, Bundesamt für Gesundheit, Bern, Stand 30. Juli 2007.
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Aids: Anzahl der Erkrankungsfälle
Quelle: Aids-Statistik, Bundesamt für Gesundheit, Bern, Stand 30. Juli 2007.
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Todesopfer und Unfälle
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Weniger Unfälle im Strassenverkehr
Im Jahr 2006 ereigneten sich 63 358 Unfälle auf unseren Strassen. Dies entspricht einem Rückgang von 2.5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Todesopfer im Strassenverkehr ging im gleichen Zeitraum von 409 auf 370 zurück. Eine Zunahme von 3.6 Prozent war bei den Unfällen infolge Alkoholkonsums zu verzeichnen, dabei starben 58 Menschen, 21 Personen weniger als 2005.

Die Zahl der Unfälle ausserhalb des Strassenverkehrs bleibt weiterhin hoch. Im Jahr 2005 erlitten rund 294 000 Personen Sportunfälle, davon verliefen 198 tödlich. In Haushalt und Freizeit verunfallten laut bfu-Hochrechnung 603 000 Personen.
Todesopfer und Unfälle
Quelle: Unfallgeschehen in der Schweiz / bfu-Statistik, diverse Jahrgänge.
Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), Bern.
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Diagnosen in der Arztpraxis nach Krankheitsgruppen
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychische
Erkrankungen als häufigste Diagnosen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychische Erkrankungen sind die am häufigsten gestellten Diagnosen in der Arztpraxis (je 9.1 Millionen). 11.3 Prozent aller Diagnosen betrafen im Jahr 2006 Erkrankungen des Bewegungsapparates, 2005 waren es 11.6 Prozent.

Im Jahr 2006 wurden rund 78 Millionen Diagnosen gestellt. Nach
der Diagnose entscheidet der Arzt in Absprache mit der betroffenen Person, wie die Krankheit oder die Symptome behandelt werden sollen. 2006 wurden 51 Prozent der Behandlungen mithilfe von Medikamenten und 49 Prozent ohne Arzneimittel durchgeführt. Die Anzahl der Verordnungen (Verschreibung rezeptpflichtiger Medikamente) betrug 52.6 Millionen.

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz gehen im Durchschnitt rund siebenmal pro Jahr zum Arzt.
Diagnosen in der Arztpraxis nach Krankheitsgruppen 2006
Quelle: Schweizerischer Diagnosen Index (SDI), IMS Health GmbH, Interpharma.
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Verordnungen in der Arztpraxis
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Medikamente zur Behandlung von Krankheiten des zentralen Nervensystems wurden am häufigsten verschrieben
Die Zahl der Verordnungen (Verschreibung rezeptpflichtiger Medikamente) fiel im Jahre 2006 tiefer aus als im Vorjahr und betrug 52.6 Millionen. Das sind 0.7 Millionen weniger als im Vorjahr. Im Durchschnitt entfielen auf jede in der Schweiz lebende Person sieben Verordnungen.

Die Bedeutung der Herz-Kreislauf-Krankheiten spiegelt sich nicht nur in der Liste der Todesursachen wider, sondern auch in der Statistik der ambulanten Verordnungen. Neben den Medikamenten zur Behandlung von Krankheiten des Nervensystems nehmen die Herz-Kreislauf-Präparate darin eine führende Position ein.
Verordnungen in der Arztpraxis 2006
Quelle: Schweizerischer Diagnosen Index (SDI), IMS Health GmbH. Interpharma.
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