Das Gesundheitswesen
in der Schweiz
2007
Medikamente
Anzahl zugelassener Medikamente in der Schweiz
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Immer weniger zugelassene Medikamente
Alle Medikamente, die in der Schweiz erhältlich oder für den
Export aus der Schweiz bestimmt sind, müssen vom Schweizerischen Heilmittelinstitut, Swissmedic, zugelassen werden.

Im Jahr 2006 ging der gesamte Bestand der Zulassungen von Swissmedic weiter zurück und belief sich auf insgesamt 7 134 Human- und Tierarzneimittel. Im Jahre 1985 betrug deren Zahl 10 778 Einheiten. Damit lag sie um rund 3 644 Einheiten höher als heute.

Aufgrund des jeweiligen Nutzen-Risiko-Verhältnisses teilt Swissmedic die Human- und Tierarzneimittel in unterschiedliche Ab-gabekategorien ein, die gleichzeitig auch Auskunft über die Abgabeberechtigung geben. Im Jahr 2006 entfielen auf die Abgabe-kategorien A und B (rezeptpflichtig) rund 60% aller zugelassenen Medikamente.
Anzahl zugelassener Medikamente in der Schweiz
Quelle: Jahresberichte, diverse Jahrgänge. Swissmedic, Bern.
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Medikamentenmarkt Schweiz
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Medikamentenmarkt Schweiz: im weltweiten Vergleich unterdurchschnittliches Wachstum
Das Wachstum des Medikamentenmarktes schwächte sich im Jahre 2006 erneut ab. Die Zunahme um lediglich 1.9% von 4125 Millionen Franken auf 4 205 Millionen Franken liegt markant unter dem weltweiten Wachstum von 6.3%. Diese Entwicklung bestätigt die nachhaltige Wirkung der Massnahmen, die in den letzten Jahren zur Realisierung von Einsparungen im Medikamentensektor umgesetzt wurden. Dazu gehören die regelmässige Überprüfung der Preise durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Einführung des differenzierten Selbstbehaltes für Originale und Generika sowie die Förderung der Generika. Die erneut starke Zunahme der kassenpflichtigen Generika (+46.4%) zählt zu den wesentlichen Gründen für das abgeschwächte Wachstum des schweizerischen Medikamentenmarktes im Jahr 2006.
Medikamentenmarkt Schweiz 2006
Quelle: IMS Health GmbH, Hergiswil.
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Medikamentenmarkt Schweiz 2006
Quelle: IMS Health GmbH, Hergiswil.
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Kassenpflichtige Medikamente
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Mehr kassenpflichtige Medikamente umgesetzt
78.6 Prozent des gesamten Medikamentenumsatzes zu Fabrikabgabepreisen entfielen 2006 auf kassenpflichtige Arzneimittel, was 3.3 Milliarden Franken entspricht. Davon machten die rezeptpflichtigen Medikamente (Verkaufslisten A und B) 93.3% aus.

Ein Teil der Kosten kassenpflichtiger Medikamente wird durch die Patienten bezahlt. Seit Anfang 2006 gilt der differenzierte Selbstbehalt: Der Selbstbehalt für Originalpräparate, von denen ein günstigeres Generikum erhältlich ist, wurde von 10 auf 20 Prozent erhöht. Voraussetzung ist jedoch, dass kein medizinischer Grund gegen die Substitution des Originalproduktes spricht und dass die Generika bei der Einführung zu einem wesentlich tieferen Preis angeboten werden. Freiwillig abgeschlossene Zusatzversicherungen können auch die Rückerstattung von nicht kassenpflichtigen Heilmitteln übernehmen.
Kassenpflichtige Medikamente 2006
Quelle: IMS Health GmbH, Hergiswil.
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Dichte der Apotheken und der Ärzte mit Patientenapotheke
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Kantonale Verteilung von SD-Ärzten und Apotheken
Im Jahr 2006 gab es in der Schweiz (inkl. Fürstentum Liechtenstein) 3 857 praktizierende Ärzte mit Patientenapotheke, auch selbstdispensierende (SD) Ärzte genannt. Damit stellt diese Gruppe rund ein Viertel aller praktizierenden Ärzte dar. Da der Medikamentenverkauf durch SD-Ärzte je nach Kanton anders geregelt ist, ergeben sich unterschiedliche Selbstdispensationsanteile.

Am höchsten war 2006 die Dichte der SD-Ärzte im Kanton Basel- Landschaft (182 SD-Ärzte pro 100 000 Einwohner), am niedrigsten im Kanton Freiburg. Fünf Kantone haben ein reines Rezeptursystem. Die Kantone Zürich, Bern, Schaffhausen, Graubünden, Jura, Aargau, Wallis und Freiburg sehen Mischsysteme vor. In allen übrigen Kantonen ist die Selbstdispensation ohne Einschränkung erlaubt.

Auch die kantonale Apothekendichte (Anzahl Apotheken pro 100 000 Einwohner) ist unterschiedlich. Die Kantone mit einem hohen Anteil SD-Ärzte weisen gegenüber den anderen Kantonen in der Regel eine deutlich niedrigere Apothekendichte auf. So hatte beispielsweise der Kanton Nidwalden im Jahr 2006 pro 100 000 Einwohner 100 SD-Ärzte, aber nur fünf Apotheken. In der Schweiz (inklusive Fürstentum Liechtenstein) gab es im gleichen Jahr insgesamt 1 699 Apotheken. Neben den klassischen Apotheken haben in den letzten Jahren die Versandapotheken an Bedeutung gewonnen. Sie liefern rezeptpflichtige und freiverkäufliche Medikamente per Post direkt nach Hause. Ihr Anteil am Gesamtmarkt beträgt rund vier Prozent.
Dichte der Apotheken und der Ärzte mit Patientenapotheke 2006
Quelle: IMS Health GmbH, Hergiswil. Interpharma, Basel.
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Handelsbilanz mit pharmazeutischen Produkten
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Pharma als Motor der Exportwirtschaft
Medikamente sind hoch stehende Qualitätsprodukte, die auch 2006 eine ausgezeichnete Handelsbilanz erzielten. Die Exporte pharmazeutischer Produkte sind markant gestiegen und beliefen sich auf über 46 Milliarden Franken. Sie machten damit 74% des gesamten schweizerischen Chemieexportes oder ein Viertel des gesamten Exportvolumens der Schweiz aus. Der Exportüberschuss für pharmazeutische Produkte nahm im Vorjahresvergleich deutlich zu und betrug 25.1 Milliarden Franken im Jahre 2006. Der wichtigste Exportmarkt für pharmazeutische Produkte ist weiterhin Europa.
Entwicklung der Handelsbilanz seit 1990
Quelle: Statistik der Eidg. Oberzolldirektion 2007, Bern.
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Handelsbilanz mit pharmazeutischen Produkten 2006
Quelle: Statistik der Eidg. Oberzolldirektion 2007, Bern.
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