Das Gesundheitswesen
in der Schweiz
2007
Obligatorische Krankenversicherung
Anzahl Versicherer nach Versichertenbestand
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Anhaltender Konzentrationsprozess bei Krankenversicherern
Die Zahl der Krankenkassen ist weiter zurückgegangen. Im Jahr 2005 gab es noch 90 Krankenkassen, acht weniger als im Vorjahr. Von den 90 Versicherern boten 85 die obligatorische Krankenpflegeversicherung an. 82 Krankenkassen hatten die freiwillige Taggeldversicherung in ihrem Leistungskatalog. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Gruppe mit einem Versichertenbestand von bis zu 5 000 Mitgliedern. Der Konzentrationsprozess in der Branche führt hin zu wenigen, grossen Versicherern.

Diverse Versicherer sind zunehmend in Gruppen oder unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst. Die Groupe Mutuel beispielsweise umfasst 14 Mitgliederkassen, welche als juristisch eigenständige Unternehmungen in der Statistik des Bundesamtes für Gesundheit einzeln aufgeführt werden. Die Unternehmen innerhalb einer Gruppe unterscheiden sich unter anderem dadurch, dass sie für jüngere und ältere Versicherte unterschiedlich attraktive Verträge anbieten.
Anzahl Versicherer nach Versichertenbestand
Quelle: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung, diverse Jahrgänge. Bundesamt für Gesundheit, Bern.
Quelle: santésuisse, Solothurn.
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Finanzen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP)
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Positives Ergebnis der obligatorischen Krankenpflegeversicherung
Zwischen 1998 und 2002 waren die Ergebnisse der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) laufend negativ. Insgesamt häufte sich ein Defizit von knapp 1.4 Milliarden Franken an. Nachdem im Jahr 2002 der Fehlbetrag noch 224 Millionen Franken betrug, konnte im Jahre 2003 erstmals wieder ein positives Ergebnis verzeichnet werden. Im Jahr 2005 setzte sich diese Entwicklung fort, der Ertrag belief sich auf 171 Millionen Franken.

Die Versicherer müssen von Gesetzes wegen ständig über eine Reserve verfügen, die nach der Versicherungsgrösse abgestuft ist. Unter den langjährigen Verlusten haben die Reserven der OKP gelitten, deren Quote im Jahr 2005 17.2 Prozent betrug.

Auf das Jahr 2007 wurden die Mindestreservesätze gesenkt. Demnach können Versicherer mit einem Bestand von mehr als 150 000 Versicherten den Mindestreservesatz stufenweise auf 10 Prozent reduzieren. Versicherer mit einem Bestand zwischen 50 000 und 150 000 Versicherten können den Satz stufenweise auf 15 Prozent senken. Weiterhin einen Mindestreservesatz von 20 Prozent müssen Versicherer mit weniger als 50 000 Versicherten aufweisen. Die Senkung erfolgt schrittweise während dreier Jahre.
Finanzen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP)
Quelle: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung, diverse Jahrgänge. Bundesamt für Gesundheit, Bern.
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Aufteilung der Versicherten nach Versicherungsform
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Zunahme der alternativen Krankenversicherungsmodelle
Im Jahr 2005 haben 43 Prozent der Erwachsenen die ordentliche Franchise von 300 Franken gewählt. Etwas höher war der Anteil jener, die sich freiwillig für eine höhere Franchise zwischen 500 und 2 500 Franken entschieden haben (47 Prozent). Dabei wird die tiefste für 500 Franken noch immer am häufigsten gewählt. Es zeigt sich jedoch ein deutlicher Anstieg der Versicherten, welche eine höhere Franchise abschliessen. Heute beträgt die Maximalfranchise 2 500 Franken (Anteil von 4.4 Prozent).

Immer mehr Versicherte entscheiden sich für alternative Krankenversicherungsmodelle. Insbesondere Hausarztmodelle und Telemed-Modelle verzeichnen einen Zuwachs, während der Anteil der HMO-Modelle und Bonussysteme stagniert. Beim Hausarztmodell verpflichtet sich der Versicherte, bei gesundheitlichen Problemen immer zuerst den Hausarzt aufzusuchen. Telemed-Modelle sehen vor jedem Arztbesuch eine telefonische medizinische Beratung vor. Bei einer HMO (Health Maintenance Organisation) suchen die Versicherten zuerst ihren Arzt in der HMO-Praxis auf. Die HMO stellen eine umfassende medizinische Versorgung für ihre Patientinnen und Patienten bereit und erhalten dafür von der Krankenversicherung eine pauschale Vergütung. Das Bonussystem sieht in jedem Jahr, in dem der Versicherte keine Leistungen vergüten lässt, eine Prämiensenkung vor. Die laufende KVG-Revision soll zusätzliche Anreize zum Ausbau von alternativen Krankenversicherungsmodellen, sogenannten Managed-Care-Modellen, schaffen.
Aufteilung der Versicherten nach Versicherungsform
Quelle: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung 2005. Bundesamt für Gesundheit, Bern.
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Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Kostengruppen
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Zunahme der stationären Spitalbehandlungen
Wie schon in den vergangenen Jahren entfielen 2005 die höchsten Bruttoleistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) auf die ambulante Behandlung. Sie machten 47 Prozent der Gesamtleistungen aus. Mit 32 Prozent standen die Leistungen für den stationären Bereich in Spitälern und Pflegeheimen an zweiter Stelle, gefolgt von den Medikamenten mit einem Anteil von 21 Prozent. Den stärksten Anstieg verzeichnete 2005 die ambulante Behandlung im Spital mit 21.8 Prozent. Die Gesamtkosten der OKP erhöhten sich im Jahr 2005 um 6.3 Prozent.
Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung
nach Kostengruppen 2005
Quelle: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung 2005.
Bundesamt für Gesundheit, Bern.
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Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung
nach Kostengruppen
Quelle: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung 2005.
Bundesamt für Gesundheit, Bern.
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