Ausgrenzung und Verfolgung – segu | Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht https://segu-geschichte.de Tue, 20 Nov 2018 18:48:50 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 https://segu-geschichte.de/wp-content/uploads/2017/09/cropped-segugeschichtelogo2-32x32.jpg Ausgrenzung und Verfolgung – segu | Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht https://segu-geschichte.de 32 32 Synagogen | zerstört? – vergessen? | Spurensuche „vor Ort“ https://segu-geschichte.de/synagogen/ Fri, 26 Oct 2018 12:54:31 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=19919 Judenverfolgung und Holocaust | Modul 3 | Lernen „vor Ort“ | Ausgrenzung und Verfolgung | ◻◻ mittel | ca. 90 min Bild links: Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute „Alte Synagoge“ in Chemnitz auf einem Foto von 1900 (Bildnachweis: Public Domain, Wikimedia) | Bild Mitte: Die zerstörte Synagoge auf einem Foto vom 10. November 1938. Die Ruine wurde in den folgenden fünf Tagen abgerissen, die Kosten von 35.905 der jüdischen Gemeinde in Rechnung gestellt. (Bildnachweis: dwt (CC BY SA 4.0), Wikimedia) | Bild rechts: Im November 1988 wurde am Stephanplatz, dem ehemaligen Standort der Synagoge, ein Gedenkstein eingeweiht. Aufschrift: „An dieser Stelle stand die im Jahr 1899 von Rabbiner Dr. Mühlfelder geweihte Synagoge. Durch faschistische Brandstifter wurde sie in der Pogromnacht am ... weiterlesen ...

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Judenverfolgung und Holocaust | Modul 3 | Lernen „vor Ort“ | Ausgrenzung und Verfolgung | ◻◻ mittel | ca. 90 min

Bild links: Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute „Alte Synagoge“ in Chemnitz auf einem Foto von 1900 (Bildnachweis: Public Domain, Wikimedia) | Bild Mitte: Die zerstörte Synagoge auf einem Foto vom 10. November 1938. Die Ruine wurde in den folgenden fünf Tagen abgerissen, die Kosten von 35.905 der jüdischen Gemeinde in Rechnung gestellt. (Bildnachweis: dwt (CC BY SA 4.0), Wikimedia) | Bild rechts: Im November 1988 wurde am Stephanplatz, dem ehemaligen Standort der Synagoge, ein Gedenkstein eingeweiht. Aufschrift: „An dieser Stelle stand die im Jahr 1899 von Rabbiner Dr. Mühlfelder geweihte Synagoge. Durch faschistische Brandstifter wurde sie in der Pogromnacht am 9. November 1938 in Schutt und Asche gelegt.“ (Bildnachweis: dwt (CC BY SA 4.0), Wikimedia).

 

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten im deutschen Reich die Synagogen. Etwa die Hälfte der vorher etwa 2.800 Synagogen und jüdischen Bethäuser wurden dabei zerstört und die Ruinen abgerissen. In den meisten anderen Synagogen wurde die Inneneinrichtung zerstört, die Gebäude blieben aber erhalten und wurden nach dem November 1938 anders genutzt – beispielsweise als Lagerhalle oder Abstellraum. 

Wenn du dich auf Spurensuche nach ehemaligen oder bis heute erhaltenen Synagogen in deiner Nähe machst, können fünf unterschiedliche Fälle auftreten:

Fall 1

Eine Synagogenbau, der vor 1938 gebaut wurde und heute wieder als Synagoge genutzt wird.

Beispiel:  Synagoge Köln Roonstraße – 1899 eingeweiht – 1938 ausgebrannt – 1959 wiedereröffnet – Foto von 2006 (Bildnachweis; Hans-Peter Schäfer (CC BY SA), Wikimedia, Bild anklicken)

Fall 2

Eine Synagogenbau, der vor 1938 gebaut wurde und heute anders genutzt wird.

Beispiel:  Synagoge Meschede – 1879 eingeweiht – 1938 Inneneinrichtung zerstört – Gebäude im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe teilweise zerstört – seit 1999 Bürgerzentrum – eine Hinweistafel weist auf die ehemalige Synagoge hin – Foto von 2009 (Bildnachweis; Machhan (CC BY SA), Wikimedia, Bild anklicken)

Fall 3

Ein Ort, an dem früher eine Synagoge stand, die 1938 zerstört wurde. An diesem Ort gibt es einen Gedenkstein oder eine Gedenktafel an die ehemalige Synagoge.

Beispiel:  Standort der  ehemaligen Synagoge Kiel Goethestraße – 1910 eingeweiht – 1938 zerstört und bis 1940 abgetragen – Mahnmal 1989 eingeweiht – Foto von 2011 (Bildnachweis; AlMare (CC BY SA), Wikimedia, Bild anklicken)

Fall 4

Ein Ort, an dem früher eine Synagoge stand, die 1938 zerstört wurde. Nichts erinnert heute mehr an die ehemalige Synagoge. Du findest „vor Ort“ keine Spuren mehr. Welche historischen Quellen kannst du finden (Fotos, Dokumente etc.)?

Fall 5

Eine Synagoge, die erst nach 1945 erbaut wurde. Manche dieser Synagogen stehen am Ort einer 1938 zerstörten Synagoge.

Beispiel:  Neue Synagoge Dresden – 2001 eingeweiht – steht an der Stelle der 1938 zerstörten Semper-Synagoge – Foto von 2004 (Bildnachweis; Nillerdk (CC BY SA), Wikimedia, Bild anklicken)

 

Aufgaben

1 | Dieses Modul könnt ihr am besten in Teams zu dritt oder zu viert bearbeiten! | Ihr sollt möglichst viele Informationen über ehemalige oder bestehende Synagogen in eurem Wohnort oder in der Umgebung recherchieren und sammeln. Wenn es mehrere Synagogen gibt, könnt ihr euch in der Klasse auch absprechen und jede Gruppe recherchiert zu einer anderen Synagoge. 

Für die Recherche gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am einfachsten ist es, du gibst zunächst den Namen deines Wohnortes zusammen mit dem Begriff „Synagoge“ in eine Suchmaschine ein. 

Es gibt einige Seiten, auf denen sich Informationen über die Synagogen und jüdische Bethäuser vor und nach 1938 finden. Wenn du mit Hilfe einer Suchmaschine nicht fündig wirst, kann dir zunächst folgende interaktive Karte helfen

Jewish Places | interaktive Karte

So kannst du herausfinden, wo es in der Nähe eine Synagoge gibt. Außerdem gibt es bei Wikipedia zwei Listen bestehender und 1938 zerstörter Synagogen. So kannst du versuchen, weitere Informationen zu finden

Wikipedia: Liste der Synagogen in Deutschland

Wikipedia: Liste der im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 zerstörten Synagogen

Wenn du über ausreichende Englischkenntnisse verfügst, erhältst du weitere Informationen auch auf folgender Seite

Destroyed german Synagoges and Communities

 

2 | Wenn ihr die Recherche abgeschlossen habt, könnt ihr entweder ein Plakat oder eine Präsentation auf eurem Gerät erstellen. Dabei solltet ihr auch auf geeignete Fotos zurückgreifen. Versucht alle Quellen und zum Beispiel den Entstehungszeitpunkt der Fotos möglichst genau anzugeben. Berücksichtigt auch:

  • Was könnt ihr über den Verlauf des Novemberpogroms an eurem Wohnort herausfinden?
  • Welche Bedeutung spielt die Synagoge oder der Erinnerungsort bis heute? Häufig werden zum Beispiel am 9. November Gedenkfeiern oder Mahnwachen abgehalten. 

Stellt euch anschließend eure Ergebnisse gegenseitig vor. Mit den Plakaten könnt ihr auch eine kleine Ausstellung zusammenstellen.

Stichworte zum Modul Synagogen | Novemberpogrom 1938 | Mahnmal |  Nationalsozialismus | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Plakate

 

 

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Völkermord an den Armeniern | Streit um ein Wort https://segu-geschichte.de/voelkermord/ Wed, 16 Nov 2016 09:38:50 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=3675 Erster Weltkrieg | Modul 9 | Verstehen und Urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Tsitsernakaberd | Denkmal an den Armenier-Genozid, Foto 2015 | Vergrößerte Bildansicht und Bildnachweis (Soghomon Matevosyan, Tsitsernakaberd 102, CC BY-SA 4.0, Wikimedia): Bild anklicken   Das 20. Jahrhundert war geprägt durch zahlreiche gewaltsame Ereignisse. Nicht nur die beiden Weltkriege forderten viele Millionen Tote. Übersteigerter Nationalismus und rassistische Ideologien führten seit Beginn des Jahrhunderts zur Auslöschung von Menschengruppen nur aufgrund ihrer nationalen oder ethnischen Herkunft oder ihrer Religion, die auf Anordnung der Regierung eines Staates systematisch ermordet wurden. Das bekannteste Beispiel ist der Holocaust an den europäischen Juden in den Jahren 1941 bis 1945. Andere Beispiele solcher systematischen Massentötungen sind die Deportationen und ... weiterlesen ...

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Erster Weltkrieg | Modul 9 | Verstehen und Urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

Armenier GenozidTsitsernakaberd | Denkmal an den Armenier-Genozid, Foto 2015 | Vergrößerte Bildansicht und Bildnachweis (Soghomon Matevosyan, Tsitsernakaberd 102, CC BY-SA 4.0, Wikimedia): Bild anklicken

 

Das 20. Jahrhundert war geprägt durch zahlreiche gewaltsame Ereignisse. Nicht nur die beiden Weltkriege forderten viele Millionen Tote. Übersteigerter Nationalismus und rassistische Ideologien führten seit Beginn des Jahrhunderts zur Auslöschung von Menschengruppen nur aufgrund ihrer nationalen oder ethnischen Herkunft oder ihrer Religion, die auf Anordnung der Regierung eines Staates systematisch ermordet wurden. Das bekannteste Beispiel ist der Holocaust an den europäischen Juden in den Jahren 1941 bis 1945. Andere Beispiele solcher systematischen Massentötungen sind die Deportationen und Massentötung der Armenier im Osmanischen Reich 1915/16, die „Killing Fields“ der Roten Khmer in Kambodscha 1975 bis 1979 oder die Ermordung Tutsi in Ruanda 1994.

Darüber, ob solche Ereignisse auch als Völkermord (oder Genozid) bezeichnet werden, gibt es häufig Streit. Während der Holocaust (von wenigen Holocaust-Leugnern abgesehen) oder die Ermordung der Tutsi in Ruanda als Völkermorde bezeichnet werden und anerkannt sind, gibt es bis heute intensive Debatten darüber, ob die Deportationen und Massentötung der Armenier (und auch der Assyrer und Aramäer) während des Ersten Weltkriegs Völkermord genannt werden soll oder nicht. Eine Massentötung als Völkermord zu bezeichnen, ist nicht nur eine moralische Frage oder eine historische Interpretation. Unter dem Eindruck des Holocausts verabschiedete die UNO 1948 die Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide. Die UNO, das Europäische Parlament und viele Staaten haben die die Ereignisse von 1915/16 auf Grundlage der UN-Konvention rückwirkend als Völkermord anerkannt. Erfolgt eine solche Anerkennung, ergeben sich für die Täter bzw. Täterstaaten immer auch rechtliche Konsequenzen: Sie können vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden oder müssen Entschädigungen an die Opfer zahlen. Deshalb gibt es Personen, Staatsregierungen oder Institutionen, die es strikt ablehnen, die Ereignisse von 1915/16 als Völkermord zu bezeichnen und anzuerkennen. Auch die Bundesrepublik Deutschland hat eine offizielle Anerkennung lange abgelehnt. Im Juni 2016 hat der Bundestag in einer Resolution den Begriff „Völkermord“ offiziell verwendet – die Bundesregierung allerdings vermeidet den Begriff bis heute.

Im April 2015 jährte sich der Beginn der Deportationen und der Massentötung der Armenier zum 100. Mal. Anlässlich des Jahrestages gab es zahlreiche Gedenkfeiern. Viele Politiker und andere Persönlichkeiten haben sich zu den Ereignissen geäußert. In den Berichten über die Gedenkfeiern und Reden spielte eine Frage immer eine besondere Rolle: Wird vom Völkermord gesprochen oder nicht? In diesem Modul sollst du herausfinden, warum Ereignisse der Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein Streit auslösen können.

 

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Stichworte zum Modul Streit um ein Wort Völkermord | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Armenier | Genozid an den Armeniern | Gauck | Erdogan | Franziskus | Steinmeier

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Auschwitz-Birkenau 1944 | Fotos aus zwei Perspektiven https://segu-geschichte.de/auschwitz-birkenau/ Mon, 10 Oct 2016 09:50:37 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=15065 Judenverfolgung und Holocaust | Modul 5 | Bildquellen untersuchen: Fotos | Holocaust | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Unbekannter Fotograf: Selektion auf der Rampe von Auschwitz Birkenau | Foto 35 aus dem Auschwitz-Album | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken   Das größte Konzentrations- und Vernichtungslager errichtete die SS nahe der Stadt Auschwitz im besetzten Polen. Das Stammlager Auschwitz wurde im Mai 1940 auf dem Gelände einer ehemaligen polnischen Kaserne eingerichtet – mit dem bekannten Schriftzug über dem Lagertor: „Arbeit macht frei“. Ab 1941 wurde drei Kilometer entfernt mit dem Bau des weit größeren Arbeits- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau begonnen. Anders als in den Vernichtungslagern Treblinka, Sobibor oder Belzec, wo alle ankommenden Menschen sofort ermordet wurden, fanden ... weiterlesen ...

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Judenverfolgung und Holocaust | Modul 5 | Bildquellen untersuchen: Fotos | Holocaust | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

selection_birkenau_rampUnbekannter Fotograf: Selektion auf der Rampe von Auschwitz Birkenau | Foto 35 aus dem Auschwitz-Album | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken

 

Das größte Konzentrations- und Vernichtungslager errichtete die SS nahe der Stadt Auschwitz im besetzten Polen. Das Stammlager Auschwitz wurde im Mai 1940 auf dem Gelände einer ehemaligen polnischen Kaserne eingerichtet – mit dem bekannten Schriftzug über dem Lagertor: „Arbeit macht frei“. Ab 1941 wurde drei Kilometer entfernt mit dem Bau des weit größeren Arbeits- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau begonnen. Anders als in den Vernichtungslagern Treblinka, Sobibor oder Belzec, wo alle ankommenden Menschen sofort ermordet wurden, fanden auf der Rampe von Auschwitz-Birkenau sogenannte „Selektionen“ statt. Alte Menschen, Kinder und die meisten Frauen wurden kurz nach ihrer Ankunft in Gaskammern ermordet und anschließend in einem der sechs Krematorien verbrannt. Auf dem Foto oben steht diese Gruppe auf der linken Seite. Rechts daneben sind Männer zu sehen, die von den SS Wachmannschaften für „arbeitsfähig“ befunden wurde. Als Häftlinge des Arbeitslagers mussten sie schwere körperliche Arbeiten verrichten. Viele von ihnen starben innerhalb weniger Wochen oder Monate an den Folgen dieser Arbeit, an Unterernährung und Krankheiten.

Die SS hatte kein Interesse daran, dass die Massentötungen in den Vernichtungslagern dokumentiert wurden, um keine Beweise zu hinterlassen. Deshalb gibt es nur sehr wenige Fotos aus Auschwitz-Birkenau vor seiner Befreiung 1945. Bis heute sind Fotos von nur zwei Fotografen bekannt. Schau dir zunächst die beiden Fotos an und bearbeite dann die Aufgaben am Seitenende.

 

Foto 1 | „Selektion“ auf der Rampe Auschwitz Birkenau | Mai 1944

Unbekannter Fotograf (Angehöriger der SS-Wachmannschaften), Foto Nr. 12 aus dem Auschwitz-Album | Bildnachweis (Bundesarchiv Bild 183-N0827-318, KZ Auschwitz, Ankunft ungarischer Juden, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia): Bild anklicken

auschwitz-selektion

Das sogenannte Auschwitz-Album (ein Fotoalbum mit der Überschrift: „Umsiedlung der Juden aus Ungarn“) wurde von einem Angehörigen der SS-Totenkopf-Wachmannschaft (der Name des Fotografen ist unbekannt) zusammengestellt. Es dokumentiert die Ankunft und „Selektion“ eines ankommenden Güterzugs mit deportierten jüdischen Menschen aus Ungarn im Mai 1944. Die insgesamt 193 Aufnahmen enden mit Fotos von Frauen und Kindern kurz vor ihrer Ermordung in den Gaskammern. Auf den Seiten von Yad Vashem kannst du dir das ganze Album ansehen.

Zu welchem Zweck und für welchen Adressaten das Album erstellt wurde ist nicht bekannt. Die Bezeichnung „Umsiedlung“ verharmlost das Geschehen, es werden auch keine Fotos von getöteten Menschen gezeigt. Das kann auch daran liegen, dass den SS-Männern das Fotografieren im Bereich der Gaskammern und Krematorien nicht gestattet war. Es ist einem Zufall zu verdanken, dass die Fotos den Krieg überdauert haben. Eine Überlebende fand das Album nach der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora in einer verlassenen SS-Kaserne. Die Fotos wurden nach dem Krieg veröffentlicht.

Entstehung und Perspektive des Fotos

Eine „Selektion“ auf der Rampe von Auschwitz war ein äußerst brutaler Vorgang. Die Menschen, die in Auschwitz ankamen, wussten nicht, was passieren würde, wenn sich die Türen der Viehwaggons nach der strapaziösen Fahrt öffneten. Sie wurden beim Aussteigen von den SS-Wachmannschaften angeschrien und von Schäferhunden angebellt. Die Menschen waren schockiert, weil Familien sofort auseinandergerissen wurden. In dieser Situation ist das Foto entstanden. Ein Angehöriger der SS-Wachmannschaften stand mit seiner Kamera auf der Rampe und fotografierte die Gruppe der alten Menschen, Frauen und Kinder aus einer Entfernung von wenigen Metern. Hinter den SS-Männern standen die gerade von ihren Frauen und Kindern getrennten Männer und Väter. Die Frauen und Kinder wurden (wie man auf weiteren Fotos des Auschwitz-Albums sehen kann) anschließend zu den Gaskammern gebracht. Sie wurden kurze Zeit nach Entstehung des Fotos ermordet.

Folgende Situationsskizze zeigt, wie das Foto entstanden ist und was die Frauen und Kinder sahen, als das Foto aufgenommen wurde: 

 

Foto 2 | Frauen werden in die Gaskammern getrieben | Mitte 1944

Fotograf: Alberto Errera, geheim aufgenommenes Foto (genauer Zeitpunkt der Aufnahme unklar, zwischen Mai und August 1944) | Bildnachweis (Public Domain, via Wikimedia): Bild anklicken

auschwitz-gaskammern

Neben dem Auschwitz Album gibt es noch vier Fotos, die der Häftling Alberto Errera aufgenommen hat. Eines davon zeigt, wie Frauen in die Gaskammern getrieben werden, zwei andere die Verbrennung von Leichen. Errera, der einer Widerstandsgruppe im Lager angehörte und später selbst in Auschwitz getötet wurde, war Angehöriger der sogenannten Sonderkommandos, die in den Gaskammern und Krematorien arbeiten mussten – die SS zwang Häftlinge zu diesen Arbeiten. Er wollte das Geschehen dokumentieren, um auf die Massentötungen aufmerksam zu machen. Es erforderte bereits einen hohen Aufwand, eine Kamera ins Lager zu schmuggeln. Die Fotos konnten im Herbst 1944 versteckt in einer Zahnpastatube aus dem Lager gebracht werden, wurden aber erst nach Kriegsende öffentlich.

Entstehung und Perspektive des Fotos

Alberto Errera hat die vier Fotos aus dem Gebäude eines der Krematorien aufgenommen. Auf dem vollständigen Bild sieht man einen Fensterrahmen. Der Fotograf versteckte sich hinter dem Fenster – die SS-Männer durften ihn nicht entdecken. Die Fotos wurden offenbar rasch aufgenommen und sind deshalb etwas verwackelt. Das Bild oben ist nur ein kleiner Ausschnitt des zweiten Fotos der Bilderserie. Der Ausschnitt ist unscharf und die Personen sind nur schwer zu erkennen. Auf dem Foto sind sowohl Frauen zu sehen, die in die Gaskammern getrieben wurden, als auch KZ-Aufseherinnen, die die Frauen zwangen, sich auszuziehen.

 

Aufgaben

Dieses Modul bearbeitet ihr am besten in Gruppen zu zweit oder zu dritt.

Die Fotos aus Auschwitz-Birkenau anzuschauen ist schwer zu ertragen. Wir sehen Menschen, darunter viele Kinder, die kurz nach den Aufnahmen ermordet wurden. Nicht nur, weil es sich um zwei der wenigen aus Auschwitz überlieferten Fotos handelt, sind es besondere Fotos. Denn sie stammen nicht von einem „neutralen Beobachter“ – so wie heute die meisten Fotos wichtiger Ereignisse von Pressefotografen gemacht werden. Um zu verstehen, was auf den Fotos zu sehen ist, ist es wichtig, sich mit der Situation, in der sie entstanden sind, mit den beiden Fotografen und mit den von ihnen eingenommene Perspektiven genauer zu beschäftigen.

 

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Stichworte zum Modul Holocaust | Auschwitz Album | Alberto Errera | Sonderkommando | Zweiter Weltkrieg | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Widerstand gegen den Nationalsozialismus https://segu-geschichte.de/widerstand/ Thu, 15 Oct 2015 07:37:03 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=7338 Zweiter Weltkrieg | Modul 5 | Verstehen und urteilen | Protest | ◻◻ mittel | ca. 30 min | optionale vertiefende Aufgabe: 20 min Bodendenkmal an die Weiße Rose vor dem Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Adam Jones, Ph.D., White Rose Movement Public Memorial – Ludwig-Maximilians-Universitat – Munich – Germany – 04, CC BY-SA 3.0, Wikimedia): Bild anklicken   Die nationalsozialistische Diktatur wird heute dem Totalitarismus zugeordnet. Das bedeutet, dass die NSDAP uneingeschränkte Macht für sich beanspruchte und keinerlei politische Konkurrenz zuließ. Außerdem wirkte die Partei in alle Lebensbereiche der Menschen hinein. Beispielsweise wurden bereits alle Kinder und Jugendliche durch die Hitlerjugend „erfasst“, um sie im Sinne der NS-Ideologie zu beeinflussen und besonders die Jungen auf ... weiterlesen ...

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Zweiter Weltkrieg | Modul 5 | Verstehen und urteilen | Protest | ◻◻ mittel | ca. 30 min | optionale vertiefende Aufgabe: 20 min

Bodendenkmal an die Weiße Rose vor dem Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Adam Jones, Ph.D., White Rose Movement Public Memorial – Ludwig-Maximilians-Universitat – Munich – Germany – 04, CC BY-SA 3.0, Wikimedia): Bild anklicken

 

Die nationalsozialistische Diktatur wird heute dem Totalitarismus zugeordnet. Das bedeutet, dass die NSDAP uneingeschränkte Macht für sich beanspruchte und keinerlei politische Konkurrenz zuließ. Außerdem wirkte die Partei in alle Lebensbereiche der Menschen hinein. Beispielsweise wurden bereits alle Kinder und Jugendliche durch die Hitlerjugend „erfasst“, um sie im Sinne der NS-Ideologie zu beeinflussen und besonders die Jungen auf ihre Funktion als zukünftige Soldaten vorzubereiten.

Diesen Machtanspruch setzten die Nationalsozialisten (wie im Modul Durchsetzung der NS-Diktatur 1933 gesehen) von Anfang an mit großer Härte durch. Die große Mehrheit der Menschen im Deutschen Reich unterstützte das NS-Regime dabei. Es gab aber Personen oder Gruppen, die den Nationalsozialismus ablehnten. Diese Ablehnung reichte von Formen der Verweigerung und des Protests bis hin zum aktiven Widerstand. Als aktiver Widerstand wird der Einsatz von Gewalt bezeichnet – mit dem Ziel, die Diktatur zu stürzen. Die meisten Gegner begannen im Laufe des Zweiten Weltkriegs gegen das Regime Widerstand zu leisten.

Von Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft an war klar, dass sowohl die Parteiorganisationen als auch die Behörden wie die Geheime Staatspolizei (Gestapo) rigoros gegen jede Form des Protests oder des Widerstandes vorgingen. Die Gegner des NS-Regimes wurden verfolgt und eingeschüchtert, verhaftet und eingesperrt. Viele kamen in Konzentrationslagern ums Leben oder wurden hingerichtet. Deshalb erforderte es großen Mut, sich gegen den Nationalsozialismus aufzulehnen.

Der Protest und Widerstand ging von unterschiedlichen Personen oder Gruppen mit ganz unterschiedlichen Motiven aus. Auch wenn insgesamt nur ein sehr kleiner Anteil der Menschen gegen das Regime protestierte oder Widerstand leistete, gibt es eine lange Liste verschiedener Widerstandskämpfer und -gruppen (wie man in dieser Auflistung bei Wikipedia sehen kann). In diesem Modul lernst du unterschiedliche Personen und Gruppen beispielhaft kennen.

 

Aufgaben

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Stichworte zum Modul Widerstand gegen den Nationalsozialismus | Weiße Rose | 20. Juli 1944 | Arbeiterbewegung | Kreisauer Kreis | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Begriffe und Wissen

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Quellen aus dem Jahr 1933 | „Bleibt abzuwarten was nun kommt!“ | https://segu-geschichte.de/quellen-1933/ Tue, 13 Oct 2015 11:12:43 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=7307 Nationalsozialismus | Modul 3 | Quellen untersuchen: Textquellen | Alltag | ◻◻ mittel | ca. 30 min Ausschnitt „Schaukasten 1933 – Der Anfang vom Ende des deutschen Judentums“ auf den Seiten des Jüdischen Museum Berlin | Bild anklicken   Bevor du dieses Modul beginnst, solltest du das Modul Durchsetzung der NS-Diktatur 1933 bearbeitet haben!   Das Jüdische Museum in Berlin hat in einem Schaukasten 1933 – Der Anfang vom Ende des deutschen Judentums verschiedene Quellen zusammengestellt, die zeigen, wie die Menschen die politischen Ereignisse 1933 erlebten und auf sie reagierten. In diesem Modul sollst du dir eine Quelle auswählen und genauer untersuchen.   Stichworte zum Modul „Bleibt abzuwarten was nun kommt!“ | Quellen 1933 | Nationalsozialismus | Geschichte | Geschichtsunterricht ... weiterlesen ...

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Nationalsozialismus | Modul 3 | Quellen untersuchen: Textquellen | Alltag | ◻◻ mittel | ca. 30 min

Quellen 1933Ausschnitt „Schaukasten 1933 – Der Anfang vom Ende des deutschen Judentums“ auf den Seiten des Jüdischen Museum Berlin | Bild anklicken

 

Bevor du dieses Modul beginnst, solltest du das Modul Durchsetzung der NS-Diktatur 1933 bearbeitet haben!

 

Das Jüdische Museum in Berlin hat in einem Schaukasten 1933 – Der Anfang vom Ende des deutschen Judentums verschiedene Quellen zusammengestellt, die zeigen, wie die Menschen die politischen Ereignisse 1933 erlebten und auf sie reagierten. In diesem Modul sollst du dir eine Quelle auswählen und genauer untersuchen.

 

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Stichworte zum Modul „Bleibt abzuwarten was nun kommt!“ | Quellen 1933 | Nationalsozialismus | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Textquellen | Briefe

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Gleichschaltung | Durchsetzung der NS-Diktatur 1933 https://segu-geschichte.de/gleichschaltung/ Tue, 13 Oct 2015 09:10:13 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=7295 Nationalsozialismus | Modul 2 | Wissen | Errichtung der NS-Diktatur | ◻◻ mittel | ca. 10 min | optionale vertiefende Aufgabe: 10 min Adolf Hitler am Fenster der Reichskanzlei Berlin am Abend seiner Ernennung zum Reichskanzler, Foto vom 30. Januar 1933 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Sennecke, Robert, Bundesarchiv Bild 146-1972-026-11, Machtübernahme Hitlers, CC BY-SA 3.0 DE, Wikimedia): Bild anklicken   Adolf Hitler wurde am 30. Januar 1933 vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Die neue Reichsregierung setzte in den folgenden Monaten rigoros die Abschaffung der Demokratie und eine Alleinherrschaft der NSDAP (der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei) durch. In diesem Modul lernst du verschiedene Stationen zur Durchsetzung der NS-Diktatur kennen.   Aufgaben Falls die Anwendung nicht reagiert oder zum ... weiterlesen ...

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Nationalsozialismus | Modul 2 | Wissen | Errichtung der NS-Diktatur | ◻◻ mittel | ca. 10 min | optionale vertiefende Aufgabe: 10 min

Hitler ReichskanzlerAdolf Hitler am Fenster der Reichskanzlei Berlin am Abend seiner Ernennung zum Reichskanzler, Foto vom 30. Januar 1933 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Sennecke, Robert, Bundesarchiv Bild 146-1972-026-11, Machtübernahme Hitlers, CC BY-SA 3.0 DE, Wikimedia): Bild anklicken

 

Adolf Hitler wurde am 30. Januar 1933 vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Die neue Reichsregierung setzte in den folgenden Monaten rigoros die Abschaffung der Demokratie und eine Alleinherrschaft der NSDAP (der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei) durch. In diesem Modul lernst du verschiedene Stationen zur Durchsetzung der NS-Diktatur kennen.

 

Aufgaben

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Stichworte zum Modul Durchsetzung der NS-Diktatur | Nationalsozialismus | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht |Machtergreifung | Gleichschaltung, 30. Januar 1933 | Reichskanzler Hitler

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Spanische Eroberungen in Amerika | beraubt – entvölkert – verwüstet https://segu-geschichte.de/spanische-eroberung-amerika/ Thu, 10 Sep 2015 08:22:39 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5772 Zeitalter der europäischen Expansion | Modul 4 | Quellen untersuchen: Textquellen | Geschichte(n) schreiben | Kolonialismus ◻◻◻ schwer | ca. 30 min | optionale vertiefende Aufgabe: 20 min Joos van Winghe: Hängen, Verbrennen und Verfolgung von Indios durch die Spanier, Illustration von Bartolomé de las Casas „Regionvm indicarum“, Kupferstich von 1552 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken   Nach der Entdeckung der „neuen Welt“ gründeten die Spanier nach und nach immer mehr Stützpunkte auf den karibischen Inseln. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts eroberten sie auch weite Teile des mittel- und südamerikanischen Festlandes. Dabei wurde die indigene Bevölkerung brutal vertrieben, ausgebeutet und ausgerottet. Von den vor 1492 nach Schätzungen 70 Millionen in Mittel- und Südamerika ... weiterlesen ...

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Zeitalter der europäischen Expansion | Modul 4 | Quellen untersuchen: Textquellen | Geschichte(n) schreiben | Kolonialismus ◻◻◻ schwer | ca. 30 min | optionale vertiefende Aufgabe: 20 min

Bartolomé_de_las_Casas_Regionum_355385740_MG_8833_013-3.tifJoos van Winghe: Hängen, Verbrennen und Verfolgung von Indios durch die Spanier, Illustration von Bartolomé de las Casas „Regionvm indicarum“, Kupferstich von 1552 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken

 

Nach der Entdeckung der „neuen Welt“ gründeten die Spanier nach und nach immer mehr Stützpunkte auf den karibischen Inseln. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts eroberten sie auch weite Teile des mittel- und südamerikanischen Festlandes. Dabei wurde die indigene Bevölkerung brutal vertrieben, ausgebeutet und ausgerottet. Von den vor 1492 nach Schätzungen 70 Millionen in Mittel- und Südamerika lebenden Menschen kamen während der spanischen Eroberungen im 16. Jahrhundert (teils durch Kämpfe, vor allem aber durch eingeschleppte Krankheiten) vermutlich über 90 Prozent ums Leben. 

Über die Ausrottung der indigenen Bevölkerung durch die Spanier gibt es nur wenige Überlieferungen. Bekannt wurden im 16. Jahrhundert vor allem die Berichte von Bartolomé de Las Casas, einem spanischen Dominikanermönch, der selbst viele der spanischen Kolonien gesehen hatte und sowohl die brutale Behandlung der indigenen Menschen als auch deren Ausbeutung scharf verurteilte. In seinem „Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder“ (aus dem auch der Kupferstich oben stammt) von 1552 dokumentiert er die Brutalität der spanischen Eroberer:

Sie wetteten miteinander, wer von ihnen einen Menschen auf einen Schwertstreich mitten von einander hauen, ihm mit einer Pike den Kopf spalten, oder das Eingeweide aus dem Leib reißen könne. Neugeborene Geschöpfe rissen sie bei den Füßen von den Brüsten ihrer Mütter und schleuderten sie mit den Köpfen wider die Felsen. (…) Große und Edle brachten sie gewöhnlich folgendergestalt um: sie machten Roste von Stäben, die sie auf Gabeln legten, darauf banden sie die Unglücklichen fest, und machten ein gelindes Feuer darunter, bis sie nach und nach ein jämmerliches Geschrei erhoben, und unter unsäglichen Schmerzen den Geist aufgaben.

An anderer Stelle berichtete er über die Eroberungen des spanischen Gouverneurs Nuno des Guzman:

Nachdem nun alle diese ungerechten und satanischen Kriege nebst den dabei verübten Mordtaten vorüber waren, verbreitete er, wie gewöhnlich, die unerträglichste und abscheulichste Sklaverei über das ganze Land. Denn alle christlichen Barbaren, die sich in Indien befinden, behaupten, dies Recht über die dortigen Völker zu haben und es ausüben zu dürfen. Bei dieser Gelegenheit erlaubte er seinem eigenen Hofmeistern, so wie allen übrigen, den Indianern die schrecklichsten Qualen und Martern antun zu dürfen, damit sie Gold und Tribut von ihnen erpressten. Einer von seinen Haushofmeistern ließ eine Menge Indianer hängen, lebendig verbrennen, den Hunden vorwerfen, ihnen die Köpfe, Hände und Füße abhauen oder die Zungen ausreißen, da doch die guten Leute in Frieden lebten und er keine andere Ursache angeben konnte, als dass er sie in Schrecken setzen und sie zwingen wollte, sich ihm zu unterwerfen und Gold und Tribut zu bezahlen.

Zitiert nach: Hans Magnus Enzensberger (Hrsg.), Bartolomé de Las Casas: Kurzgefasster Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder, Frankfurt a. M. 1966, S. 11f., S. 62

Die verschiedenen (teils schon zuvor erschienenen) Schriften Las Casas‘ erregten große Aufmerksamkeit in der spanischen Öffentlichkeit. Der spanische König Karl V. wollte daraufhin klären lassen, ob die gewaltsame Unterwerfung und Versklavung der indigenen Bevölkerung in Amerika als rechtmäßig anzusehen sei oder nicht. In den Jahren 1550 und 1551 fand deshalb der Disput von Valladolid statt. Bartolomé de las Casas und Juan Ginés de Sepúlveda, der die Eroberungen rechtfertigte, stritten sich in vielen Anhörungen vor einer Jury, die über weitere Eroberungen und die Behandlung der indigenen Bevölkerung entscheiden sollte. In den Quellen unten findest du zwei Auszüge aus den Reden der beiden Kontrahenten.

Welche Behauptungen und Argumente spielten in dem Disput eine Rolle?

 

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Stichworte zum Modul Spanische Eroberungen in Amerika | Geschichtsunterricht | Unterricht | Kolumbus | Spanier | indigene Bevölkerung | Ausrottung | Ausbeutung | Conquista | Karl V. | Indios

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Deutschland – Einwanderungsland https://segu-geschichte.de/deutschland/ Tue, 08 Sep 2015 13:34:27 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5586 Bundesrepublik Deutschland | Modul 5 | Klassenmodul | Verstehen und urteilen | Migration | ◻◻◻ schwer | ca. 90 min Mikhail Evstafiev: Bosnische Flüchtlinge, Foto 1993 | Bildansicht und Bildnachweis (anonym, Evstafiev-travnik-refugees, CC BY-SA 2.5, Wikimedia): Bild anklicken   Achtung! Dieses Klassenmodul soll von der ganzen Klasse zusammen bearbeitet werden.    Die Zuwanderung hunderttausender Flüchtlinge und Asylbewerber nach Deutschland ist zurzeit ein viel diskutiertes Thema. 2015 waren nach bisherigen Schätzungen etwa 1,1 Millionen Menschen nach Deutschland geflüchtet oder haben hier Asyl beantragt. Ihre Aufnahme und Unterbringung erfordert enorme Anstrengungen und die Integration so vieler Menschen ist eine große Aufgabe für die Gesellschaft. Migrationen sind der Normalfall und nicht die Ausnahme in der Geschichte. Wanderungen von Menschen aus den verschiedensten Gründen ... weiterlesen ...

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Bundesrepublik Deutschland | Modul 5 | Klassenmodul | Verstehen und urteilen | Migration | ◻◻◻ schwer | ca. 90 min

Flüchtlinge DeutschlandMikhail Evstafiev: Bosnische Flüchtlinge, Foto 1993 | Bildansicht und Bildnachweis (anonym, Evstafiev-travnik-refugees, CC BY-SA 2.5, Wikimedia): Bild anklicken

 

Achtung! Dieses Klassenmodul soll von der ganzen Klasse zusammen bearbeitet werden. 

 

Die Zuwanderung hunderttausender Flüchtlinge und Asylbewerber nach Deutschland ist zurzeit ein viel diskutiertes Thema. 2015 waren nach bisherigen Schätzungen etwa 1,1 Millionen Menschen nach Deutschland geflüchtet oder haben hier Asyl beantragt. Ihre Aufnahme und Unterbringung erfordert enorme Anstrengungen und die Integration so vieler Menschen ist eine große Aufgabe für die Gesellschaft.

Migrationen sind der Normalfall und nicht die Ausnahme in der Geschichte. Wanderungen von Menschen aus den verschiedensten Gründen gab es in der Vergangenheit in jeder Epoche. Auch Deutschland war in den vergangenen Jahrzehnten ein Einwanderungsland: Seit Kriegsende 1945 sind ungefähr 25 bis 30 Millionen Menschen hierhin gekommen und geblieben. Die verschiedenen Gruppen von Einwanderern lernst du in diesem Modul kennen.

 

Aufgaben

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1 | Bearbeite das Quiz. Fasse dein Ergebnis stichpunktartig in einer Tabelle mit vier Spalten zusammen: a) die Zuwanderungsgruppen, b) ihre Herkunft, c) den Zeitraum der Wanderungen sowie d) die Zahl der Menschen, die kamen und geblieben sind.

 

2 | Diese Aufgabe könnt ihr am besten zu zweit oder in kleinen Teams bearbeiten!

Wählt euch eine der sieben Einwanderungsgruppen aus (oder teilt eure Klasse in sieben Gruppen auf und verteilt die Themen). Im folgenden Schaubild findet ihr drei Links mit einführenden (grün), ausführlichen (gelb) und vertiefenden (rot) Informationen über die jeweilige Gruppe. Ihr könnt auch noch nach anderen Seiten im Internet suchen.

a) Ihr sollt eine Präsentation (mindestens 5, höchsten 10 Minuten lang) vorbereiten, in der ihr die Zuwanderungsgruppe, die Migrationsursachen sowie den Verlauf ihrer Integration in die Gesellschaft genauer vorstellt.

b) Diskutiert nach den Präsentationen, ob sich eure Sicht auf die aktuelle Diskussion um die Zuwanderung von Flüchtlingen und Asylbewerbern verändert hat.

 

Bildnachweis: Aussiedler 1988, Werkvertragsarbeiter DDR 1984, Übersiedler 1961, Flüchtlingstreck Danzig 1945: CC BY SA BArchBot – Displaced Persons 1945, Dönerbude 2008: Public Domain – Bosnische Flüchtlinge 1993: CC BY SA Maksim. Alle via Wikimedia

Stichworte zum Modul Deutschland – Einwanderungsland | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Arbeitsblatt | Flüchtlinge | Geflüchtete | Asylbewerber | Migration | Gastarbeiter | Zuwanderung

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Holocaust | Dimensionen und Begriffe https://segu-geschichte.de/holocaust/ Tue, 08 Sep 2015 12:54:38 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5540 Judenverfolgung und Holocaust | Modul 4 | Wissen | Holocaust | ◻◻ mittel | ca. 20 min Geschichtskarte: Ermordung der europäischen Juden in Europa | Vollständiges Bild und Bildnachweis ( Lizenz „Freie Kunst“, NordNordWest, Wikimedia): Bild anklicken   Als Holocaust wird der Völkermord an den europäischen Juden zwischen 1941 und 1945 bezeichnet. „Holocaust“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „vollständig verbrannt“. Der Begriff hat sich in den 1970er Jahren zur Benennung der von den Nationalsozialisten systematisch geplanten und durchgeführten „Vernichtung der Juden“ (so der nationalsozialistische Sprachgebrauch) durchgesetzt. In diesem Modul lernst du weitere wichtige Begriffe und Informationen zum Holocaust kennen.    Falls die Anwendung nicht reagiert oder zum Vergrößern hier klicken! Stichworte zum Modul Holocaust | Zweiter Weltkrieg | Geschichte ... weiterlesen ...

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Judenverfolgung und Holocaust | Modul 4 | Wissen | Holocaust | ◻◻ mittel | ca. 20 min

holocaust-karteGeschichtskarte: Ermordung der europäischen Juden in Europa | Vollständiges Bild und Bildnachweis ( Lizenz „Freie Kunst“, NordNordWest, Wikimedia): Bild anklicken

 

Als Holocaust wird der Völkermord an den europäischen Juden zwischen 1941 und 1945 bezeichnet. „Holocaust“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „vollständig verbrannt“. Der Begriff hat sich in den 1970er Jahren zur Benennung der von den Nationalsozialisten systematisch geplanten und durchgeführten „Vernichtung der Juden“ (so der nationalsozialistische Sprachgebrauch) durchgesetzt. In diesem Modul lernst du weitere wichtige Begriffe und Informationen zum Holocaust kennen.

 

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Stichworte zum Modul Holocaust | Zweiter Weltkrieg | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Auschwitz | Vernichtungslager | Erschießungen | Ghetto | Deportation | Ermordung der europäischen Juden | Wannsee-Konferenz

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Völkermord an den Herero | „Sie müssen jetzt im Sandfeld untergehen“ https://segu-geschichte.de/voelkermord-herero/ Tue, 08 Sep 2015 12:15:59 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5505 Kaiserreich und Imperialismus | Modul 10 | Verstehen und urteilen | Brutalität und Menschenrechtsverletzungen ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Überlebende Herero in der Wüste Omaheke in Deutsch-Südwestafrika, Foto vermutlich von 1907 | Bildnachweis (Public Domain, via Wikimedia): Bild anklicken   Auf dem Gebiet der 1884 gegründeten Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) lebten um 1900 nach Schätzungen höchstens 200.000 Menschen – dabei war die Kolonie flächenmäßig anderthalb mal so groß wie das Deutsche Reich. Die größte Gruppe der indigenen Bevölkerung waren die nach Schätzungen zwischen 50.000 und 80.000 Herero, die in den nur wenigen fruchtbaren Regionen des Landes lebten und dort Viehzucht betrieben. Seit Gründung der Kolonie waren tausende hauptsächlich deutsche Siedler ins Land gekommen. Sie vertrieben die Herero aus ihren ... weiterlesen ...

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Kaiserreich und Imperialismus | Modul 10 | Verstehen und urteilen | Brutalität und Menschenrechtsverletzungen ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

HereroÜberlebende Herero in der Wüste Omaheke in Deutsch-Südwestafrika, Foto vermutlich von 1907 | Bildnachweis (Public Domain, via Wikimedia): Bild anklicken

 

Auf dem Gebiet der 1884 gegründeten Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) lebten um 1900 nach Schätzungen höchstens 200.000 Menschen – dabei war die Kolonie flächenmäßig anderthalb mal so groß wie das Deutsche Reich. Die größte Gruppe der indigenen Bevölkerung waren die nach Schätzungen zwischen 50.000 und 80.000 Herero, die in den nur wenigen fruchtbaren Regionen des Landes lebten und dort Viehzucht betrieben. Seit Gründung der Kolonie waren tausende hauptsächlich deutsche Siedler ins Land gekommen. Sie vertrieben die Herero aus ihren angestammten Siedlungsgebieten – einerseits um selber Landwirtschaft zu betreiben, andererseits waren sie auf der Suche nach Kupfer und Diamanten.

1904 versuchten die entrechteten und unterdrückten Herero, sich gegen die Siedler zu wehren. Bei verschiedenen Überfällen wurden etwa 120 Siedler und Angehörige der Schutztruppen (so hießen die in den Kolonien stationierten deutschen Militäreinheiten) getötet. Der deutsche Generalstab in Berlin entsandte daraufhin tausende zusätzliche Soldaten nach Deutsch-Südwestafrika, um die dort bislang nur 700 Soldaten zählenden Schutztruppen zu verstärken. Lothar von Trotha wurde im Mai 1904 als neuer Oberbefehlshaber eingesetzt, der die Herero brutal bekämpfte. Am 11. August 1904 spitzte sich der Konflikt zu, als von Trotha und etwa 2000 Soldaten der Schutztruppen die Herero in der Schlacht am Waterberg angriffen. In chaotischen Kämpfen (um eine Vorstellung zu bekommen, kannst du dir hierzu Quelle 3 durchlesen) wurden hunderte Herero und 28 Soldaten der Schutztruppe getötet. Die überlebenden Herero flohen in der folgenden Nacht in die Sandwüste Omaheke. Von Trotha ordnete daraufhin an, den Herero die Rückkehr zu den Wasserquellen abzuschneiden und sie in die Wüste zurückzujagen. Es ist in der Forschung umstritten, wie viele Herero deshalb in der Wüste verdursteten. Nach Schätzungen überlebten zwischen 15.000 und 25.000 Herero die Ereignisse von 1904, vermutlich zwischen 35.000 und 65.000 von ihnen kamen ums Leben.

Die brutale Niederschlagung des damals sogenannten „Herero-Aufstandes“ wird von vielen Historikern heute als erster Völkermord im 20. Jahrhundert aufgefasst (zur Erklärung, was unter dem Begriff Völkermord zu verstehen ist, lies den Einführungstext zum Modul Streit um ein Wort: Völkermord). Weil die Bundesrepublik Deutschland (als Rechtsnachfolgerin des Kaiserreichs) die Tötung zehntausender  Herero (zudem vermutlich ebenfalls um die zehntausend Nama, ein Volksstamm im Norden der Kolonie, der sich kurz nach den Herero ebenfalls gegen die Siedler zu wehren begann) offiziell nicht als Völkermord anerkannt hat, gibt es bis heute politische Diskussionen und Streit wegen der Ereignisse von 1904.

 

Aufgaben

1 | Informiere dich auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung zunächst genauer über die Kolonie Deutsch-Südwestafrika und den Völkermord an den Herero.

 

2 | Öffne die Seite mit den Textquellen.

quellen

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Stichworte zum Modul Herero Völkermord | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Genozid | Lothar von Trotha | Deutsch-Südwestafrika

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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