Gegenwartsbezug – segu | Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht https://segu-geschichte.de Fri, 19 Oct 2018 09:57:48 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 https://segu-geschichte.de/wp-content/uploads/2017/09/cropped-segugeschichtelogo2-32x32.jpg Gegenwartsbezug – segu | Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht https://segu-geschichte.de 32 32 Weihnachtsfrieden 1914 | einen Werbespot hinterfragen https://segu-geschichte.de/weihnachtsfrieden/ Fri, 19 Oct 2018 08:35:50 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=19862 Erster Weltkrieg | Modul 8 | Verstehen und urteilen | Geschichtsbilder hinterfragen | ◻◻ mittel | ca. 40 min  Fotograf: Schütze (Rifleman) R.W. Turner: „British and German soldiers fraternising at Ploegsteert, Belgium, on Christmas Day 1914, Front of 11th Brigade, 4th Division“ | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken   Achtung! Dieses Klassenmodul könnt ihr nur bearbeiten, wenn sich die ganze Klasse beteiligt.   Als im August der Erste Weltkrieg begann, glaubten die Soldaten aller am Krieg beteiligten Soldaten an einen schnellen Sieg. Die Propaganda versprach ihnen, „Weihnachten wieder zu Hause zu sein″. Doch seit dem Spätherbst 1914 wurde deutlich, dass von einem schnellen Sieg keine Rede sein konnte, denn die Fronten erstarrten im Stellungskrieg. Über das Kämpfen und Sterben der Soldaten in den Schützengräben kannst ... weiterlesen ...

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Erster Weltkrieg | Modul 8 | Verstehen und urteilenGeschichtsbilder hinterfragen | ◻◻ mittel | ca. 40 min 

Fotograf: Schütze (Rifleman) R.W. Turner: „British and German soldiers fraternising at Ploegsteert, Belgium, on Christmas Day 1914, Front of 11th Brigade, 4th Division“ | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken

 

Achtung! Dieses Klassenmodul könnt ihr nur bearbeiten, wenn sich die ganze Klasse beteiligt.

 

Als im August der Erste Weltkrieg begann, glaubten die Soldaten aller am Krieg beteiligten Soldaten an einen schnellen Sieg. Die Propaganda versprach ihnen, „Weihnachten wieder zu Hause zu sein″. Doch seit dem Spätherbst 1914 wurde deutlich, dass von einem schnellen Sieg keine Rede sein konnte, denn die Fronten erstarrten im Stellungskrieg. Über das Kämpfen und Sterben der Soldaten in den Schützengräben kannst du dich hier informieren. Im Winter war das Ausharren in den Gräben besonders hart.

An Weihnachten 1914 ereigneten sich bemerkenswerte Vorfälle an mehreren Frontabschnitten – vor allem dort, wo sich deutsche und britische Soldaten gegenüberstanden. Schaut euch zunächst das folgende Video an. Es ist ein 2014 veröffentlichter, aufwändig produzierter Werbespot einer britischen Kaufhauskette, der den „Christmas Truce“ (englisch: Weihnachts-Waffenstillstand) in Spielfilm-Qualität nacherzählt. Das Video dauert knapp dreieinhalb Minuten.

 

Werbespot: „Christmas Truce of 1914 – Christmas is for sharing“

 

Die Fraternisierung (also Verbrüderung) deutscher und britischer Soldaten zwischen dem 23. und dem 25. Dezember 1914 ist durch zahlreiche Quellen, darunter auch einige Fotos belegt. Die Soldaten feierten spontan zusammen, andernorts hielten sie gemeinsame Gottesdienste ab. Und tatsächlich sind mehrere Fußballspiele zwischen Briten und Deutschen überliefert. An der Verbrüderung sollen mindestens 100.000 Soldaten beteiligt gewesen sein. Aufgrund des großen Ausmaßes entschieden die Militärführer auf beiden Seiten, die aus ihrer Sicht unerwünschten Fraternisierungen nicht zu bestrafen. Allerdings wurden in den darauffolgenden Jahren im Vorfeld der Weihnachtstage harte Strafen für Verbrüderungen angedroht. So blieb der Weihnachtsfrieden von 1914 ein einmaliges Ereignis.

 

Aufgaben

1Nehmt euch etwa 20 Minuten Zeit zur Recherche von Informationen und notiert sie in Stichpunkten. Lies dir im Wikipedia-Artikel zum Weihnachtsfrieden 1914 die vier Absätze 24. Dezember – Feinde im NiemandslandEinzelne Ereignisse und ErinnerungenDas Ende des Waffenstillstandes sowie Konsequenzen durch. Wenn du noch Zeit hast, kannst du dir auch noch den kritischen Zeitungsartikel „Der «Weihnachtsfrieden» war keiner“ von Markus Pöhlmann in der NZZ (Neuen Zürcher Zeitung) durchlesen. 

 

2 | Anschließend sollt ihr die Drei-Wände-Methode durchführen. Eine Schülerin oder ein Schüler liest den ersten Satz unten auf der Liste laut vor. Jede Schülerin und je­der Schüler muss sich jetzt entscheiden und geht zu einer der folgenden drei Wände in eurem Klassen­zimmer:  

 

Wer dem Satz mit JA zustimmt, geht zur Türseite.

Wer dem Satz mit NEIN nicht zustimmt, geht zur Fens­terseite.

Wer UNENTSCHIEDEN ist, geht an die Rückwand.

 

drei-waende

 

Dann sollt ihr über den Satz diskutieren. Dafür braucht ihr z.B. eine leere Plastik-Trinkflasche. Wenn sich jemand meldet, werft ihm oder ihr die Flasche (vorsichtig!) zu. So organisiert ihr eine Meldekette. Beachtet: Nur wer die Flasche hat, darf reden! Wenn die Diskussion beendet ist oder sich im Kreis dreht, könnt ihr den nächsten Satz vorlesen. Wurden alle Sätze vorgelesen, könnt ihr auch eigene Sätze vor­schlagen.  

 

Satz 1  

Der Weihnachtsfrieden von 1914 ist zwar eine schöne Geschichte – aber mit Soldaten, die sich fraternisieren, kann man schlecht Krieg führen. 

Satz 2  

Der Weihnachts“frieden“ von 1914 ist zwar eine schöne Geschichte – aber schon nach wenigen Tagen standen sich die Soldaten wieder als Feinde gegenüber und kämpften gegeneinander. Von einem wirklichen Frieden könnte man nur sprechen, wenn sie versucht hätten, den Krieg durch eine große Meuterei tatsächlich zu beenden. 

Satz 3 

Das Video hat mich berührt. Es zeigt, dass selbst im Krieg Menschlichkeit möglich ist und die Soldaten ihre wenigen Habseligkeiten miteinander teilen. Denn es stimmt: „Christmas is for sharing“! 

Satz 4

Den Ersten Weltkrieg, der etwa 17 Millionen Menschen das Leben kostete, zum Thema eines Werbespots für eine Kaufhauskette zu machen – das ist geschmacklos!

Satz 5

Besonders in England, aber inzwischen auch in Deutschland wird heute häufig auch mit kitschigen Bildern an den Weihnachtsfrieden erinnert. Das ist komisch: Soll hier ein Bild vom „schönen Krieg“ gezeichnet werden? Ein solches Bild kann zu der Aussage missbraucht werden: Krieg ist doch gar nicht so furchtbar. Ich finde, es sollte nicht an den Weihnachtsfrieden, sondern an die schrecklichen Folgen des Ersten Weltkrieges erinnert werden. 


Stichworte zum Modul
Weihnachtsfrieden | Drei Wände-Methode | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Urteilen | Erster Weltkrieg 

 

 

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Arbeit in der Fabrik | Gemälde „Das Eisenwalzwerk“ https://segu-geschichte.de/arbeit/ Sat, 04 Nov 2017 18:45:55 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=18134 Industrielle Revolution und soziale Frage | Modul 2 | Quellen untersuchen: Gemälde | Arbeitsbedigungen | ◻ leicht | ca. 30 min Adolph von Menzel: Das Eisenwalzwerk (Gemälde von 1875), Public Domain (via Wikimedia) Ein Gemälde, das Arbeiter in einer Fabrik zeigt? Als Adolph von Menzel 1875 sein Werk „Das Eisenwalzwerk“ der Öffentlichkeit vorstellte, befand sich das (vier Jahre zuvor gegründete) Deutsche Reich in der Phase der Hochindustrialisierung. Der wichtigste Wirtschaftsbereich war zu dieser Zeit die Stahlproduktion. Der Maler war bereits drei Jahre zuvor in ein damals modernes Stahlwerk nach Schlesien gereist, um dort die Industriearbeiter zu beobachten, und fertigte zahlreiche Detailskizzen an. Sie waren die Grundlage des 158 cm hohen und 254 breiten Gemäldes. Das Bild fand große Beachtung. Mal wurde Menzels ... weiterlesen ...

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Industrielle Revolution und soziale Frage | Modul 2 | Quellen untersuchen: Gemälde | Arbeitsbedigungen | ◻ leicht | ca. 30 min

Adolph von Menzel: Das Eisenwalzwerk (Gemälde von 1875), Public Domain (via Wikimedia)

Ein Gemälde, das Arbeiter in einer Fabrik zeigt? Als Adolph von Menzel 1875 sein Werk „Das Eisenwalzwerk“ der Öffentlichkeit vorstellte, befand sich das (vier Jahre zuvor gegründete) Deutsche Reich in der Phase der Hochindustrialisierung. Der wichtigste Wirtschaftsbereich war zu dieser Zeit die Stahlproduktion. Der Maler war bereits drei Jahre zuvor in ein damals modernes Stahlwerk nach Schlesien gereist, um dort die Industriearbeiter zu beobachten, und fertigte zahlreiche Detailskizzen an. Sie waren die Grundlage des 158 cm hohen und 254 breiten Gemäldes. Das Bild fand große Beachtung. Mal wurde Menzels Gemälde als Ausdruck des technischen Fortschritts, mal als Klage gegen die Arbeitsbedingungen in den Fabriken interpretiert. Menzel selbst betonte, er habe die Fabrikarbeit möglichst realistisch abzubilden versucht. 

Auf dem Bild ist eine große, düstere Fabrikhalle zu sehen, in der aus Blöcken glühenden Stahls Eisenbahnschienen geformt wurden. Es zeigt nicht nur den Arbeitsprozess, sondern auch den Tagesablauf eines Fabrikarbeiters. 

 

Aufgaben

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Stichworte zum Modul Fabrikarbeit | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Industrialisierung| Menzel| Eisenwalzwerk | Arbeiter | Alltagsgeschichte | Video

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Frauen in der DDR | “Was soll ich denn machen?” https://segu-geschichte.de/frauen/ Mon, 14 Nov 2016 08:21:03 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=15781 Deutsche Demokratische Republik | Modul 4 | Quellen untersuchen: Textquellen | Gleichberechtigung ◻◻ mittel | ca. 30 min | optionale, vertiefende Aufgabe: 20 min Kindergarten in Stalinstadt (ab 1961: Eisenhüttenstadt), Foto vom 21. August 1954 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Bundesarchiv Bild 183-26012-0004, Eisenhüttenstadt, Kindergarten I, Sandkasten, CC BY-SA 3.0 DE, Wikimedia): Bild anklicken   Als ein wichtiges politisches Ziel galt in der DDR bereits seit ihrer Gründung die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Anders als in der Bundesrepublik Deutschland, wo noch bis in die 1960er Jahre am traditionellen Familienmodell (Rollenaufteilung: Mann arbeitet, Frau als Mutter und Hausfrau) festgehalten wurde, schuf die DDR-Führung Voraussetzungen dafür, dass Frauen einen Beruf ergreifen konnten. Als wichtige Voraussetzung hierfür wurden schon ab den 1950er ... weiterlesen ...

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Deutsche Demokratische Republik | Modul 4 | Quellen untersuchen: Textquellen | Gleichberechtigung ◻◻ mittel | ca. 30 min | optionale, vertiefende Aufgabe: 20 min

Kindergarten in Stalinstadt (ab 1961: Eisenhüttenstadt), Foto vom 21. August 1954 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Bundesarchiv Bild 183-26012-0004, Eisenhüttenstadt, Kindergarten I, Sandkasten, CC BY-SA 3.0 DE, Wikimedia): Bild anklicken

 

Als ein wichtiges politisches Ziel galt in der DDR bereits seit ihrer Gründung die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Anders als in der Bundesrepublik Deutschland, wo noch bis in die 1960er Jahre am traditionellen Familienmodell (Rollenaufteilung: Mann arbeitet, Frau als Mutter und Hausfrau) festgehalten wurde, schuf die DDR-Führung Voraussetzungen dafür, dass Frauen einen Beruf ergreifen konnten. Als wichtige Voraussetzung hierfür wurden schon ab den 1950er Jahren Kindergärten und Kinderkrippen eingerichtet. In den 1980er Jahre betrug die Beschäftigungsquote von Frauen etwa 90 Prozent (in Westdeutschland damals nur etwa 50 Prozent). Symbolisch fand die Gleichberechtigung im Internationalen Frauentag ihren Ausdruck: Wie in allen sozialistischen Staaten wurde den Frauen jeweils am 8. März große Beachtung geschenkt, während der Tag in Westdeutschland kaum eine Rolle spielte.

Die DDR-Führung verfolgte mit der Gleichberechtigung auch das Ziel, dem Arbeitskräftemangel nach dem Zweiten Weltkrieg (in dem überproportional viele Männer im arbeitsfähigen Alter ums Leben gekommen waren) entgegenzuwirken. Auch in der DDR lebte die Vorstellung lange weiter, dass Haushalt und Kinder in den „Zuständigkeitsbereich“ der Frauen fallen. Deshalb waren viele berufstätige Frauen mit Familie und Kindern einer anstrengenden Doppelbelastung ausgesetzt.

 

Aufgaben

Öffne die Seite mit den Quellen.

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Stichworte zum Modul Frauen in der DDR | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Gleichstellung von Mann und Frau | Kinderkrippen | Kindergarten | Frauentag | Vereinbarkeit Beruf und Familie

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Europäische Integration | „Let Europe arise“ https://segu-geschichte.de/europaeische-integration/ Mon, 14 Nov 2016 07:52:38 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=15767 Bipolare Welt und Kalter Krieg | Modul 7 | Verstehen und urteilen | Europa | ◻◻ mittel | ca. 30 min Flagge der Europäischen Union, Foto von 2001 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (CC BY SA 2.0 MPD01605, via Flickr): Bild anklicken   Neben den Vereinten Nationen als „Weltpolizei“ gab es nach 1945 eine zweite Initiative, einen Konflikt wie den Zweiten Weltkrieg in Zukunft zu verhindern: die europäische Integration. Ein stabiles Bündnis wichtiger europäischer Staaten sollte zwischenstaatlichen Streitigkeiten und Krisen entgegenwirken, die zum Ersten und zum Zweiten Weltkrieg geführt hatten. 1946 hielt der britische Politiker Winston Churchill, der Großbritannien von 1940 bis 1945 als Premierminister im Zweiten Weltkrieg regiert hatte, eine bemerkenswerte Rede in Zürich, in der er zur Gründung ... weiterlesen ...

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Bipolare Welt und Kalter Krieg | Modul 7 | Verstehen und urteilen | Europa | ◻◻ mittel | ca. 30 min

Flagge der Europäischen Union, Foto von 2001 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (CC BY SA 2.0 MPD01605, via Flickr): Bild anklicken

 

Neben den Vereinten Nationen als „Weltpolizei“ gab es nach 1945 eine zweite Initiative, einen Konflikt wie den Zweiten Weltkrieg in Zukunft zu verhindern: die europäische Integration. Ein stabiles Bündnis wichtiger europäischer Staaten sollte zwischenstaatlichen Streitigkeiten und Krisen entgegenwirken, die zum Ersten und zum Zweiten Weltkrieg geführt hatten. 1946 hielt der britische Politiker Winston Churchill, der Großbritannien von 1940 bis 1945 als Premierminister im Zweiten Weltkrieg regiert hatte, eine bemerkenswerte Rede in Zürich, in der er zur Gründung der „Vereinigten Staaten von Europa“ aufrief. Diese Rede und Churchills Argumente stehen im Mittelpunkt der ersten Aufgabe dieses Moduls.

In den 1950er Jahren kam der europäische Einigungsprozess allmählich in Gang: Sechs Staaten: Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande gründeten die sogenannte Montanunion – ein Freihandelszone, in der auf Kohle und Stahl keine Zölle mehr erhoben wurden. In den folgenden Jahrzehnten schritt das europäische Projekt immer weiter voran. In der zweiten Aufgabe lernst du wichtige Stationen des europäischen Einigungsprozesses kennen.

 

Aufgaben

1 | Öffne die Seite mit der Rede Churchills und lies sie dir durch. Wenn du willst, kannst du dir auch den englischen Originaltext durchlesen. Außerdem kannst du dir die Rede auch anhören.

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Stichworte zum Modul Europäische Integration | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Churchill | Zürcher Rede 1946 | Vereinigte Staaten von Europa | Europäische Union

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Vereinte Nationen | „Unmöglichster Job der Erde“? https://segu-geschichte.de/vereinte-nationen/ Mon, 14 Nov 2016 07:30:51 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=15759 Bipolare Welt und Kalter Krieg | Modul 6 | Verstehen und Urteilen | Menschenrechte | ◻◻ mittel | ca. 30 min | optionale vertiefende Aufgabe: 20 min 1951 fertig gestelltes Hauptquartier der Vereinten Nationen (United Nations Organizations) in New York, Foto von 2014 | Bildnachweis: (Neptuul, United Nations Headquarters in New York City, view from Roosevelt Island, CC BY-SA 3.0, Wikimedia): Bild anklicken   Noch während des Zweiten Weltkriegs berieten die USA, Großbritannien, die Sowjetunion, China und einige andere Staaten über die Gründung einer Organisation, die in Zukunft den Weltfrieden sichern könnte. Das Ergebnis dieser Beratungen war die Charta der Vereinten Nationen (VN; engl. United Nations (Organization), UN oder UNO). Sie wurde auf der Konferenz von San Francisco im Juni ... weiterlesen ...

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Bipolare Welt und Kalter Krieg | Modul 6 | Verstehen und Urteilen | Menschenrechte | ◻◻ mittel | ca. 30 min | optionale vertiefende Aufgabe: 20 min

1951 fertig gestelltes Hauptquartier der Vereinten Nationen (United Nations Organizations) in New York, Foto von 2014 | Bildnachweis: (Neptuul, United Nations Headquarters in New York City, view from Roosevelt Island, CC BY-SA 3.0, Wikimedia): Bild anklicken

 

Noch während des Zweiten Weltkriegs berieten die USA, Großbritannien, die Sowjetunion, China und einige andere Staaten über die Gründung einer Organisation, die in Zukunft den Weltfrieden sichern könnte. Das Ergebnis dieser Beratungen war die Charta der Vereinten Nationen (VN; engl. United Nations (Organization), UN oder UNO). Sie wurde auf der Konferenz von San Francisco im Juni 1945 von 50 Staaten beschlossen (Polen unterzeichnete kurze Zeit später und wird heute mit zu den Gründungsmitgliedern gezählt). Später traten immer mehr Staaten der UNO bei – seit dem Beitritt des Südsudans 2011 zählt sie 193 Mitglieder.

Dennoch standen und stehen die Vereinten Nationen immer wieder in der Kritik – zurzeit beispielsweise im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien, der seit 2011 andauert. Die UNO hat  es bislang nicht geschafft, diesen bewaffneten Konflikt zu entschärfen – so wie sie auch andere Konflikte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht lösen konnte. Welche Ziele haben sich die Vereinten Nationen selbst gesetzt, und warum fällt es so schwer, diese zu erreichen? Um diese Frage zu beantworten, muss man auch die Organe der UNO kennen – insbesondere den Sicherheitsrat, der über Sanktionen und militärische Einsätze zur Sicherung des Friedens entscheidet.

 

Aufgaben

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Stichworte zum Modul Vereinte Nationen | UN | UNO | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Der 13. Februar | Gedenken an die Zerstörung von Dresden https://segu-geschichte.de/dresden/ Tue, 08 Nov 2016 12:53:25 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5539 Zweiter Weltkrieg | Modul 6 | Klassenmodul: Drei Wände-Methode | Verstehen und urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Richard Peter: Blick vom Rathausturm, Foto von 1945 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Deutsche Fotothek‎, Fotothek df ps 0000010 Blick vom Rathausturm, CC BY-SA 3.0 DE‎, Wikimedia): Bild anklicken   Achtung! Dieses Klassenmodul könnt ihr nur bearbeiten, wenn sich die ganze Klasse beteiligt.   Jedes Jahr am 13. Februar wird in Dresden an die Zerstörung der Stadt durch die britische Luftwaffe erinnert. Anders als die meisten Städte in Deutschland war Dresden bis dahin von Bombardements aus der Luft verschont geblieben. Durch den massiven Abwurf von Spreng- und Brandbomben wurde in der Stadt ein Feuersturm entfacht, bei ... weiterlesen ...

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Zweiter Weltkrieg | Modul 6 | Klassenmodul: Drei Wände-Methode | Verstehen und urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

DresdenRichard Peter: Blick vom Rathausturm, Foto von 1945 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Deutsche Fotothek‎, Fotothek df ps 0000010 Blick vom Rathausturm, CC BY-SA 3.0 DE‎, Wikimedia): Bild anklicken

 

Achtung! Dieses Klassenmodul könnt ihr nur bearbeiten, wenn sich die ganze Klasse beteiligt.

 

Jedes Jahr am 13. Februar wird in Dresden an die Zerstörung der Stadt durch die britische Luftwaffe erinnert. Anders als die meisten Städte in Deutschland war Dresden bis dahin von Bombardements aus der Luft verschont geblieben. Durch den massiven Abwurf von Spreng- und Brandbomben wurde in der Stadt ein Feuersturm entfacht, bei dem die gesamte Innenstadt ausbrannte und fast vollständig zerstört wurde – wie auf dem Foto oben zu sehen. Beim Luftangriff vom Februar 1945 wurden etwa 25.000 Menschen getötet.

Der Luftkrieg spielte im Zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle: Flugzeuge wurden dazu eingesetzt, Spreng- oder Brandbomben über Zielen des Gegners abzuwerfen. Durch den Luftkrieg sollten die Verkehrs- und Infrastruktur und kriegswichtige Industrieanlagen zerstört werden. Eine zweite Strategie war die Bombardierung von Städten und das gezielte Töten von Zivilisten, um auf diese Weise den Kriegsgegner zu schwächen.

Die deutsche Luftwaffe setzte die Strategie in der Anfangsphase des Krieges vor allem gegen Polen (in Warschau starben dabei 20.000 Menschen) und gegen Großbritannien ein (bei Bombenangriffen auf London kamen etwa 40.000 Menschen ums Leben). Luftangriffe auf Städte im Deutschen Reich führten die britische und amerikanische Luftwaffe seit 1942. Im Laufe des Krieges wurden fast alle deutschen Groß- und Kleinstädte aus der Luft angegriffen und dabei im Durchschnitt etwa die Hälfte der Gebäude zerstört – die meisten in den Innenstädten. Über die Gesamtzahl der bei den Bombardements getöteten Menschen gibt es keine Klarheit, weil in der Endphase des Krieges viele Menschen auf der Flucht waren und die Toten nicht immer genau erfasst wurden. Nach heutigen Schätzungen wurden zwischen 300.000 und 500.000 Menschen getötet.

In keiner anderen Stadt zieht das Gedenken an den Bombardierung deutscher Städte so viel Aufmerksamkeit auf sich wie am 13. Februar in Dresden. Schon 1946 wurde an diesem Tag eine Gedenkfeier abgehalten. Seit dem Jahr 2000 treffen sich Rechtsextreme und Neonazis zu einem „Trauermarsch“ in Dresden. Sie behaupten auch, dass bei den Angriffen nicht 25.000, sondern 250.000 Menschen gestorben seien (eine Zahl, die bereits kurz nachdem Krieg behauptet wurde; eine unabhängige Historiker-Kommission hat 2006 in ihrem Bericht die Zahl von 25.000 bestätigt). Am 13. Februar 2005 fand in Dresden mit etwa 6500 Teilnehmern die bisher größte Demonstration von Rechtsextremen in der Geschichte der Bundesrepublik statt. Gegen den „Trauermarsch“ demonstrieren jedes Jahr verschiedene andere Gruppen durch eigene Gedenkfeiern – beispielsweise durch eine Menschenkette rund um die Altstadt im Jahr 2011.

In diesem Modul erfährst du, weshalb um das Gedenken am 13. Februar gestritten wird und sollst dein eigenes Urteil fällen.

 

Aufgabe

1 | Informiert euch genauer über die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 und den Streit um das Gedenken am 13. Februar. Nehmt euch 20 Minuten Zeit zur Vorbereitung. Lest euch zuerst den Absatz zur Bewertung der Luftangriffe auf Dresden durch. Wenn ihr noch Zeit habt, könnt ihr euch die beiden Artikel unter „Zusatzinformationen“ durchlesen. Notiert euch wichtige Informationen in Stichpunkten.

Auf der Wikipedia-Seite Luftangriffe auf Dresden kannst du dich genauer über strittige militärische, ethische und rechtliche Bewertungen der Zerstörung Dresdens informieren.

Zusatzinformationen

Auf der Wikipedia-Seite Gedenken an den 13. Februar erfährst du, welche verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wie an den 13. Februar erinnern wollen

Im Artikel Warum genügen 25.000 Tote von Dresden nicht? der Tageszeitung „Die Welt“ vom 7. Februar 2013 kannst du dich über den Streit um die Zahl der bei der Bombardierung Dresdens getöteten Menschen informieren.

 

2 | Anschließend sollt ihr die Drei-Wände-Methode durchführen. Eine Schülerin oder ein Schüler liest den ersten Satz unten auf der Liste laut vor. Jede Schülerin und je­der Schüler muss sich jetzt entscheiden und geht zu einer der folgenden drei Wände in eurem Klassen­zimmer:  

 

Wer zustimmt und den Satz mit JA beantwortet, geht zur Türseite.

Wer ablehnt und den Satz mit NEIN beantwortet, geht zur Fens­terseite.

Wer UNENTSCHIEDEN ist, geht an die Rückwand.

 

drei-waende

 

Dann sollt ihr über den Satz diskutieren. Dafür braucht ihr z.B. eine leere Plastik-Trinkflasche. Wenn sich jemand meldet, werft ihm oder ihr die Flasche (vorsichtig!) zu. So organisiert ihr eine Meldekette. Beachtet: Nur wer die Flasche hat, darf reden! Wenn die Diskussion beendet ist oder sich im Kreis dreht, könnt ihr den nächsten Satz vorlesen. Wurden alle Sätze vorgelesen, könnt ihr auch eigene Sätze vor­schlagen.  

 

Satz 1  

Die Zerstörung Dresdens war aus militärischer Sicht sinnlos. Das gezielte Töten tausender Zivilisten war deshalb ein Kriegsverbrechen der Briten und Amerikaner.

Satz 2  

Die Zerstörung Dresdens und anderer deutscher Städte muss im Zusammenhang gesehen werden: Das Deutsche Reich hat mit dem Luftkrieg gegen Polen und Großbritannien begonnen. So ist es gerechtfertigt, dass die Alliierten später auch deutsche Städte bombardiert haben.

Satz 3 

Der britische Philosoph Anthony Clifford Grayling wird im ersten Wikipedia-Artikel mit den Worten zitiert: „Selbst wenn die alliierte Bomberoffensive teilweise oder völlig moralisch verwerflich gewesen sein sollte, reicht dieses Unrecht auch nicht annähernd an die moralische Ungeheuerlichkeit des Holocaust heran.“ Ich stimme ihm zu.

Satz 4   Es ist wichtig, dass in Dresden jedes Jahr am 13. Februar viele Tausend Menschen auf die Straße gehen, um an die Zerstörung der Stadt zu erinnern.

 

Stichworte zum Modul Der 13. Februar | Gedenken an die Zerstörung Dresdens | Drei Wände-Methode | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Urteilen | Zweiter Weltkrieg 

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Leben auf der Burg | „Ein düstrer Zauber…“?  https://segu-geschichte.de/burg/ Mon, 24 Oct 2016 17:56:05 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=15289 Lebenswelt Mittelalter | Modul 6 | Geschichtsbilder hinterfragen | Alltag | ◻◻ mittel | ca. 40 min Adolf Lehmann: Ritterburg im XIII. Jahrhundert | Schulschaubild von 1880 | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken   Viele Menschen fasziniert das Mittelalter: Burgfeste und Mittelaltermärkte ziehen tausende Besucher an. Bereits im 19. Jahrhundert gab es eine erste Welle der Mittelalter-Begeisterung. Besonders die Romantiker des frühen 19. Jahrhunderts verklärten das angeblich goldene Mittelalter. Die mittelalterliche Burg wurde zu dem Symbol dieses positiven Mittelalter-Bildes. Über eintausend Burgen sind in Deutschland – wenn auch meist nur als Ruinen – erhalten geblieben. Sie finden sich auf zahllosen romantischen Gemälden. Einige der Burgruinen wurden im 19. Jahrhundert auch wieder aufgebaut. In folgender Textquelle kommt der Burgenforscher Bodo ... weiterlesen ...

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Lebenswelt Mittelalter | Modul 6 | Geschichtsbilder hinterfragen | Alltag | ◻◻ mittel | ca. 40 min

burgAdolf Lehmann: Ritterburg im XIII. Jahrhundert | Schulschaubild von 1880 | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken

 

Viele Menschen fasziniert das Mittelalter: Burgfeste und Mittelaltermärkte ziehen tausende Besucher an. Bereits im 19. Jahrhundert gab es eine erste Welle der Mittelalter-Begeisterung. Besonders die Romantiker des frühen 19. Jahrhunderts verklärten das angeblich goldene Mittelalter. Die mittelalterliche Burg wurde zu dem Symbol dieses positiven Mittelalter-Bildes.

Über eintausend Burgen sind in Deutschland – wenn auch meist nur als Ruinen – erhalten geblieben. Sie finden sich auf zahllosen romantischen Gemälden. Einige der Burgruinen wurden im 19. Jahrhundert auch wieder aufgebaut. In folgender Textquelle kommt der Burgenforscher Bodo Ebhardt zu Wort, der als Architekt am Wiederaufbau der Burgen beteiligt war. Sein Buch über „Deutsche Burgen“ von 1898 (aus dem das folgende Zitat stammt)  war damals ein Bestseller. Versuche, die sechs Adjektive richtig einzusetzen.

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aus: Bodo Ebhardt: Deutsche Burgen, Berlin 1898, S. Vf.

 

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Reichsburg Cochem | Luna04~commonswiki assumed, Reichsburg Cochem, CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia)
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Disneyland Florida | Childzy at en.wikipedia, Cinderella castle 2008, CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia)

Solche im Text genannten Vorstellungen prägen bis heute unsere Bilder vom Mittelalter, der mittelalterlichen Burg und dem Alltagsleben in den Burgen.

Das lässt sich anhand der beiden Fotos verdeutlichen. Sie zeigen erstens die Reichsburg in Cochem, von der im 19. Jahrhundert nur einige Ruinen erhalten geblieben waren. Zwischen 1874 und 1877 wurde eine „neue“ Burg errichtet – nicht im mittelalterlichen, sondern im romantisierenden Stil des 19. Jahrhunderts. So verspielt und voller Türme und Türmchen hat die Burg im Mittelalter nie ausgesehen! Von der Reichsburg Cochem ist es dann nur noch ein ziemlich kleiner Schritt hin zu Cinderella Castle im Disneyland.

Bodo Ebhardt behauptete oben über die Burgen und das Mittelalter, es seien „Zeiten der Ritter und Sänger, an Fehde und Tournier, an holde Burgfrauen und Minnedienst“ gewesen. Das klingt nach einem fröhlichen und angenehmen Leben auf der Burg. 

 

Aufgaben

Lies dir die beiden folgenden Texte durch: erstens eine Textquelle: den Brief des Humanisten und Dichters Ulrich von Hutten aus dem frühen 16. Jahrhundert über den Alltag auf einer Burg, zweitens eine Darstellung: den Auszug aus einem Aufsatz der Mittelalterhistorikerin Elsbeth Orth über Ritter und Turniere aus dem Jahr 1985. Ordne auch hier die sechs Adjektive richtig zu.

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Die Quelle von 1518 stammt aus der frühen Neuzeit, aber ähnliche Berichte aus dem Mittelalter sind nicht überliefert. Das Leben auf der Burg wird in den Jahrhunderten  zuvor nicht viel anders gewesen sein | Zitiert nach: Otto Borst: Alltagsleben im Mittelalter, Frankfurt/Main 1983, S. 95

 

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Elsbet Orth, Ritter und Burg, in: Josef Fleckenstein (Hrsg.), Das ritterliche Turnier. Beitrage zu einer vergleichenden Formen- und Verhaltensgeschichte des Rittertums, Göttingen 1985, S. 19-74, hier S. 71f.

 

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Stichworte zum Modul Leben auf der Burg | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Ritter | Turniere | Geschichtsbild | Mittelalter

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Zensur: „Die gute Presse“ | Karikatur https://segu-geschichte.de/zensur/ Mon, 14 Dec 2015 09:36:36 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=7716 Revolution 1848 | Modul 6 | Quellen untersuchen: Karikatur | Gegenwartsbezug | Mediengeschichte ◻◻ mittel | ca. 20 min | optionale vertiefende Aufgabe: 20 min Im Vormärz versuchten die Könige und Fürsten der Staaten des Deutschen Bundes die demokratischen und nationalistischen Ideen zu unterdrücken. In den Karlsbader Beschlüssen von 1819 legten sie dafür unter anderem ein strenges Pressegesetz fest. Die rigide Pressezensur blieb über drei Jahrzehnte bestehen. 1847, also kurz vor der Revolution, erschien in der populären Zeitschrift „Der Leuchtturm“ folgende Karikatur. Unbekannter Zeichner: „Die gute Presse“ – Karikatur in der Zeitschrift „Leuchtturm“ von 1847 Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken   Aufgaben Falls die Anwendung nicht reagiert oder zum Vergrößern hier klicken!   Stichworte zum Modul ... weiterlesen ...

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Revolution 1848 | Modul 6 | Quellen untersuchen: Karikatur | Gegenwartsbezug | Mediengeschichte ◻◻ mittel | ca. 20 min | optionale vertiefende Aufgabe: 20 min

Im Vormärz versuchten die Könige und Fürsten der Staaten des Deutschen Bundes die demokratischen und nationalistischen Ideen zu unterdrücken. In den Karlsbader Beschlüssen von 1819 legten sie dafür unter anderem ein strenges Pressegesetz fest. Die rigide Pressezensur blieb über drei Jahrzehnte bestehen. 1847, also kurz vor der Revolution, erschien in der populären Zeitschrift „Der Leuchtturm“ folgende Karikatur.

Presse Zensur

Unbekannter Zeichner: „Die gute Presse“ – Karikatur in der Zeitschrift „Leuchtturm“ von 1847

Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken

 

Aufgaben

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Stichworte zum Modul Karikatur Die gute Presse | Vormärz | Zensur | Karlsbader Beschlüsse  | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Arbeitsblatt | Bildquelle | Quellen

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Völkermord an den Herero | „Sie müssen jetzt im Sandfeld untergehen“ https://segu-geschichte.de/voelkermord-herero/ Tue, 08 Sep 2015 12:15:59 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5505 Kaiserreich und Imperialismus | Modul 10 | Verstehen und urteilen | Brutalität und Menschenrechtsverletzungen ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Überlebende Herero in der Wüste Omaheke in Deutsch-Südwestafrika, Foto vermutlich von 1907 | Bildnachweis (Public Domain, via Wikimedia): Bild anklicken   Auf dem Gebiet der 1884 gegründeten Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) lebten um 1900 nach Schätzungen höchstens 200.000 Menschen – dabei war die Kolonie flächenmäßig anderthalb mal so groß wie das Deutsche Reich. Die größte Gruppe der indigenen Bevölkerung waren die nach Schätzungen zwischen 50.000 und 80.000 Herero, die in den nur wenigen fruchtbaren Regionen des Landes lebten und dort Viehzucht betrieben. Seit Gründung der Kolonie waren tausende hauptsächlich deutsche Siedler ins Land gekommen. Sie vertrieben die Herero aus ihren ... weiterlesen ...

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Kaiserreich und Imperialismus | Modul 10 | Verstehen und urteilen | Brutalität und Menschenrechtsverletzungen ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

HereroÜberlebende Herero in der Wüste Omaheke in Deutsch-Südwestafrika, Foto vermutlich von 1907 | Bildnachweis (Public Domain, via Wikimedia): Bild anklicken

 

Auf dem Gebiet der 1884 gegründeten Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) lebten um 1900 nach Schätzungen höchstens 200.000 Menschen – dabei war die Kolonie flächenmäßig anderthalb mal so groß wie das Deutsche Reich. Die größte Gruppe der indigenen Bevölkerung waren die nach Schätzungen zwischen 50.000 und 80.000 Herero, die in den nur wenigen fruchtbaren Regionen des Landes lebten und dort Viehzucht betrieben. Seit Gründung der Kolonie waren tausende hauptsächlich deutsche Siedler ins Land gekommen. Sie vertrieben die Herero aus ihren angestammten Siedlungsgebieten – einerseits um selber Landwirtschaft zu betreiben, andererseits waren sie auf der Suche nach Kupfer und Diamanten.

1904 versuchten die entrechteten und unterdrückten Herero, sich gegen die Siedler zu wehren. Bei verschiedenen Überfällen wurden etwa 120 Siedler und Angehörige der Schutztruppen (so hießen die in den Kolonien stationierten deutschen Militäreinheiten) getötet. Der deutsche Generalstab in Berlin entsandte daraufhin tausende zusätzliche Soldaten nach Deutsch-Südwestafrika, um die dort bislang nur 700 Soldaten zählenden Schutztruppen zu verstärken. Lothar von Trotha wurde im Mai 1904 als neuer Oberbefehlshaber eingesetzt, der die Herero brutal bekämpfte. Am 11. August 1904 spitzte sich der Konflikt zu, als von Trotha und etwa 2000 Soldaten der Schutztruppen die Herero in der Schlacht am Waterberg angriffen. In chaotischen Kämpfen (um eine Vorstellung zu bekommen, kannst du dir hierzu Quelle 3 durchlesen) wurden hunderte Herero und 28 Soldaten der Schutztruppe getötet. Die überlebenden Herero flohen in der folgenden Nacht in die Sandwüste Omaheke. Von Trotha ordnete daraufhin an, den Herero die Rückkehr zu den Wasserquellen abzuschneiden und sie in die Wüste zurückzujagen. Es ist in der Forschung umstritten, wie viele Herero deshalb in der Wüste verdursteten. Nach Schätzungen überlebten zwischen 15.000 und 25.000 Herero die Ereignisse von 1904, vermutlich zwischen 35.000 und 65.000 von ihnen kamen ums Leben.

Die brutale Niederschlagung des damals sogenannten „Herero-Aufstandes“ wird von vielen Historikern heute als erster Völkermord im 20. Jahrhundert aufgefasst (zur Erklärung, was unter dem Begriff Völkermord zu verstehen ist, lies den Einführungstext zum Modul Streit um ein Wort: Völkermord). Weil die Bundesrepublik Deutschland (als Rechtsnachfolgerin des Kaiserreichs) die Tötung zehntausender  Herero (zudem vermutlich ebenfalls um die zehntausend Nama, ein Volksstamm im Norden der Kolonie, der sich kurz nach den Herero ebenfalls gegen die Siedler zu wehren begann) offiziell nicht als Völkermord anerkannt hat, gibt es bis heute politische Diskussionen und Streit wegen der Ereignisse von 1904.

 

Aufgaben

1 | Informiere dich auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung zunächst genauer über die Kolonie Deutsch-Südwestafrika und den Völkermord an den Herero.

 

2 | Öffne die Seite mit den Textquellen.

quellen

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Stichworte zum Modul Herero Völkermord | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Genozid | Lothar von Trotha | Deutsch-Südwestafrika

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Technischer Fortschritt? | Faszination und Schrecken https://segu-geschichte.de/fortschritt/ Tue, 08 Sep 2015 11:52:40 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5455 Industrielle Revolution und soziale Frage | Modul 3 | Quellen untersuchen: Textquellen | Gegenwartsbezug | Wandel und Umbrüche | ◻◻ mittel | ca. 30 min August Schöll: Die Eisenbahn als Bauernschreck, kolorierte Lithographie von 1858 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia)   Das 19. Jahrhundert war eine Zeit rasanten technischen Fortschritts. Viele technische Erfindungen und Neuerungen machten die Industrialisierung erst möglich. Sie übten auf die Menschen teils Faszination, teils aber auch Furcht und Schrecken aus. In diesem Modul äußern sich drei Persönlichkeiten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zur Ausbreitung der Eisenbahn, zur Elektrifizierung und zur Umweltzerstörung. Lies dir zuerst die drei Quellen durch. Jeweils sechs Adjektive aus den Textquellen musst du im Lückentext richtig zuordnen (Probiere so ... weiterlesen ...

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Industrielle Revolution und soziale Frage | Modul 3 | Quellen untersuchen: Textquellen | Gegenwartsbezug | Wandel und Umbrüche | ◻◻ mittel | ca. 30 min

August Schöll: Die Eisenbahn als Bauernschreck, kolorierte Lithographie von 1858 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia)

 

Das 19. Jahrhundert war eine Zeit rasanten technischen Fortschritts. Viele technische Erfindungen und Neuerungen machten die Industrialisierung erst möglich. Sie übten auf die Menschen teils Faszination, teils aber auch Furcht und Schrecken aus. In diesem Modul äußern sich drei Persönlichkeiten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zur Ausbreitung der Eisenbahn, zur Elektrifizierung und zur Umweltzerstörung.

Lies dir zuerst die drei Quellen durch. Jeweils sechs Adjektive aus den Textquellen musst du im Lückentext richtig zuordnen (Probiere so lange, bis die Lösung stimmt).

 

Heinrich Heine über die Eisenbahn | 1843

1835 wurde die erste Eisenbahnstrecke in den deutschen Ländern zwischen Nürnberg und Fürth eröffnet. In den folgenden Jahren breitete sich das Schienennetz in Europa rasch aus. Das neue Transportmittel war damals der Straße (beziehungsweise den oft schlecht befestigten Wegen) deutlich überlegen. Menschen und Waren konnten jetzt viel schneller von einem Ort zum anderen gebracht werden.

Heinrich Heine

Heinrich Heine (1797-1856) war ein bekannter Schriftsteller und politisch engagierter Journalist im 19. Jahrhundert. Er lebte seit den 1830er Jahren im Exil in Paris. Er verfasste 1843 den Zeitungsartikel „Die Zeit rollt rasch vorwärts„, aus dem der folgende Textauszug stammt. | zitiert nach: Günter Bayer/Ulrich Troitzsch: Quellentexte zur Geschichte der Umwelt von der Antike bis heute, Göttingen/Zürich 1998, S. 240f. | Portrait Heinrich Heine: Public Domain

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Emil Rathenau über die Elektrifizierung | 1891

Strom aus der Steckdose ist für uns heute selbstverständlich. Die Elektrifizierung nahm im Deutschen Reich in den 1880er Jahren ihren Anfang. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde Deutschland flächendeckend elektrifiziert.

Emil-Rathenau

Der Unternehmer Emil Rathenau (1838-1913) war Gründer des Berliner Unternehmens AEG (Allgemeine Electricitäts-Gesellschaft). Anlässlich der Internationalen Electrotechnischen Ausstellung 1891 in Frankfurt hielt er eine Rede, aus der folgender Textauszug stammt. | zitiert nach: Peter Brandt, Preußen. Zur Sozialgeschichte eines Staates. Eine Darstellung in Quellen, Bd. 3, Reinbek 1981, S. 240 | Portrait Emil Rathenau: Public Domain

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Ludwig Klages über die Zerstörung der Umwelt | 1913

Als eine Folge der Industrialisierung beklagten viele Menschen die Zerstörung der Umwelt und Lebensräume. Auflagen für den Umweltschutz, wie wir sie heute kennen, gab es im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch nicht. 

KlagesLudwig Klages (1872-1956) war Philosoph. Der folgende Auszug ist seiner Rede zum ersten Freideutschen Jugendtag 1913 auf dem Hohen Meißner entnommen. | zitiert nach: Günter Bayer/Ulrich Troitzsch: Quellentexte zur Geschichte der Umwelt von der Antike bis heute, Göttingen/Zürich 1998, S. 313-315 | Foto Ludwig Klages: Public Domain

 

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Stichworte zum Modul Technischer Fortschritt | Faszination und Schrecken | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Quiz | Industrialisierung | Eisenbahn | Heine | Elektrizität | Rathenau | Umweltverschmutzung | Klages

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