Geschichtskultur – segu | Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht https://segu-geschichte.de Fri, 26 Oct 2018 13:01:27 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 https://segu-geschichte.de/wp-content/uploads/2017/09/cropped-segugeschichtelogo2-32x32.jpg Geschichtskultur – segu | Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht https://segu-geschichte.de 32 32 Synagogen | zerstört? – vergessen? | Spurensuche „vor Ort“ https://segu-geschichte.de/synagogen/ Fri, 26 Oct 2018 12:54:31 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=19919 Judenverfolgung und Holocaust | Modul 3 | Lernen „vor Ort“ | Ausgrenzung und Verfolgung | ◻◻ mittel | ca. 90 min Bild links: Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute „Alte Synagoge“ in Chemnitz auf einem Foto von 1900 (Bildnachweis: Public Domain, Wikimedia) | Bild Mitte: Die zerstörte Synagoge auf einem Foto vom 10. November 1938. Die Ruine wurde in den folgenden fünf Tagen abgerissen, die Kosten von 35.905 der jüdischen Gemeinde in Rechnung gestellt. (Bildnachweis: dwt (CC BY SA 4.0), Wikimedia) | Bild rechts: Im November 1988 wurde am Stephanplatz, dem ehemaligen Standort der Synagoge, ein Gedenkstein eingeweiht. Aufschrift: „An dieser Stelle stand die im Jahr 1899 von Rabbiner Dr. Mühlfelder geweihte Synagoge. Durch faschistische Brandstifter wurde sie in der Pogromnacht am ... weiterlesen ...

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Judenverfolgung und Holocaust | Modul 3 | Lernen „vor Ort“ | Ausgrenzung und Verfolgung | ◻◻ mittel | ca. 90 min

Bild links: Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute „Alte Synagoge“ in Chemnitz auf einem Foto von 1900 (Bildnachweis: Public Domain, Wikimedia) | Bild Mitte: Die zerstörte Synagoge auf einem Foto vom 10. November 1938. Die Ruine wurde in den folgenden fünf Tagen abgerissen, die Kosten von 35.905 der jüdischen Gemeinde in Rechnung gestellt. (Bildnachweis: dwt (CC BY SA 4.0), Wikimedia) | Bild rechts: Im November 1988 wurde am Stephanplatz, dem ehemaligen Standort der Synagoge, ein Gedenkstein eingeweiht. Aufschrift: „An dieser Stelle stand die im Jahr 1899 von Rabbiner Dr. Mühlfelder geweihte Synagoge. Durch faschistische Brandstifter wurde sie in der Pogromnacht am 9. November 1938 in Schutt und Asche gelegt.“ (Bildnachweis: dwt (CC BY SA 4.0), Wikimedia).

 

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten im deutschen Reich die Synagogen. Etwa die Hälfte der vorher etwa 2.800 Synagogen und jüdischen Bethäuser wurden dabei zerstört und die Ruinen abgerissen. In den meisten anderen Synagogen wurde die Inneneinrichtung zerstört, die Gebäude blieben aber erhalten und wurden nach dem November 1938 anders genutzt – beispielsweise als Lagerhalle oder Abstellraum. 

Wenn du dich auf Spurensuche nach ehemaligen oder bis heute erhaltenen Synagogen in deiner Nähe machst, können fünf unterschiedliche Fälle auftreten:

Fall 1

Eine Synagogenbau, der vor 1938 gebaut wurde und heute wieder als Synagoge genutzt wird.

Beispiel:  Synagoge Köln Roonstraße – 1899 eingeweiht – 1938 ausgebrannt – 1959 wiedereröffnet – Foto von 2006 (Bildnachweis; Hans-Peter Schäfer (CC BY SA), Wikimedia, Bild anklicken)

Fall 2

Eine Synagogenbau, der vor 1938 gebaut wurde und heute anders genutzt wird.

Beispiel:  Synagoge Meschede – 1879 eingeweiht – 1938 Inneneinrichtung zerstört – Gebäude im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe teilweise zerstört – seit 1999 Bürgerzentrum – eine Hinweistafel weist auf die ehemalige Synagoge hin – Foto von 2009 (Bildnachweis; Machhan (CC BY SA), Wikimedia, Bild anklicken)

Fall 3

Ein Ort, an dem früher eine Synagoge stand, die 1938 zerstört wurde. An diesem Ort gibt es einen Gedenkstein oder eine Gedenktafel an die ehemalige Synagoge.

Beispiel:  Standort der  ehemaligen Synagoge Kiel Goethestraße – 1910 eingeweiht – 1938 zerstört und bis 1940 abgetragen – Mahnmal 1989 eingeweiht – Foto von 2011 (Bildnachweis; AlMare (CC BY SA), Wikimedia, Bild anklicken)

Fall 4

Ein Ort, an dem früher eine Synagoge stand, die 1938 zerstört wurde. Nichts erinnert heute mehr an die ehemalige Synagoge. Du findest „vor Ort“ keine Spuren mehr. Welche historischen Quellen kannst du finden (Fotos, Dokumente etc.)?

Fall 5

Eine Synagoge, die erst nach 1945 erbaut wurde. Manche dieser Synagogen stehen am Ort einer 1938 zerstörten Synagoge.

Beispiel:  Neue Synagoge Dresden – 2001 eingeweiht – steht an der Stelle der 1938 zerstörten Semper-Synagoge – Foto von 2004 (Bildnachweis; Nillerdk (CC BY SA), Wikimedia, Bild anklicken)

 

Aufgaben

1 | Dieses Modul könnt ihr am besten in Teams zu dritt oder zu viert bearbeiten! | Ihr sollt möglichst viele Informationen über ehemalige oder bestehende Synagogen in eurem Wohnort oder in der Umgebung recherchieren und sammeln. Wenn es mehrere Synagogen gibt, könnt ihr euch in der Klasse auch absprechen und jede Gruppe recherchiert zu einer anderen Synagoge. 

Für die Recherche gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am einfachsten ist es, du gibst zunächst den Namen deines Wohnortes zusammen mit dem Begriff „Synagoge“ in eine Suchmaschine ein. 

Es gibt einige Seiten, auf denen sich Informationen über die Synagogen und jüdische Bethäuser vor und nach 1938 finden. Wenn du mit Hilfe einer Suchmaschine nicht fündig wirst, kann dir zunächst folgende interaktive Karte helfen

Jewish Places | interaktive Karte

So kannst du herausfinden, wo es in der Nähe eine Synagoge gibt. Außerdem gibt es bei Wikipedia zwei Listen bestehender und 1938 zerstörter Synagogen. So kannst du versuchen, weitere Informationen zu finden

Wikipedia: Liste der Synagogen in Deutschland

Wikipedia: Liste der im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 zerstörten Synagogen

Wenn du über ausreichende Englischkenntnisse verfügst, erhältst du weitere Informationen auch auf folgender Seite

Destroyed german Synagoges and Communities

 

2 | Wenn ihr die Recherche abgeschlossen habt, könnt ihr entweder ein Plakat oder eine Präsentation auf eurem Gerät erstellen. Dabei solltet ihr auch auf geeignete Fotos zurückgreifen. Versucht alle Quellen und zum Beispiel den Entstehungszeitpunkt der Fotos möglichst genau anzugeben. Berücksichtigt auch:

  • Was könnt ihr über den Verlauf des Novemberpogroms an eurem Wohnort herausfinden?
  • Welche Bedeutung spielt die Synagoge oder der Erinnerungsort bis heute? Häufig werden zum Beispiel am 9. November Gedenkfeiern oder Mahnwachen abgehalten. 

Stellt euch anschließend eure Ergebnisse gegenseitig vor. Mit den Plakaten könnt ihr auch eine kleine Ausstellung zusammenstellen.

Stichworte zum Modul Synagogen | Novemberpogrom 1938 | Mahnmal |  Nationalsozialismus | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Plakate

 

 

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Weihnachtsfrieden 1914 | einen Werbespot hinterfragen https://segu-geschichte.de/weihnachtsfrieden/ Fri, 19 Oct 2018 08:35:50 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=19862 Erster Weltkrieg | Modul 8 | Verstehen und urteilen | Geschichtsbilder hinterfragen | ◻◻ mittel | ca. 40 min  Fotograf: Schütze (Rifleman) R.W. Turner: „British and German soldiers fraternising at Ploegsteert, Belgium, on Christmas Day 1914, Front of 11th Brigade, 4th Division“ | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken   Achtung! Dieses Klassenmodul könnt ihr nur bearbeiten, wenn sich die ganze Klasse beteiligt.   Als im August der Erste Weltkrieg begann, glaubten die Soldaten aller am Krieg beteiligten Soldaten an einen schnellen Sieg. Die Propaganda versprach ihnen, „Weihnachten wieder zu Hause zu sein″. Doch seit dem Spätherbst 1914 wurde deutlich, dass von einem schnellen Sieg keine Rede sein konnte, denn die Fronten erstarrten im Stellungskrieg. Über das Kämpfen und Sterben der Soldaten in den Schützengräben kannst ... weiterlesen ...

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Erster Weltkrieg | Modul 8 | Verstehen und urteilenGeschichtsbilder hinterfragen | ◻◻ mittel | ca. 40 min 

Fotograf: Schütze (Rifleman) R.W. Turner: „British and German soldiers fraternising at Ploegsteert, Belgium, on Christmas Day 1914, Front of 11th Brigade, 4th Division“ | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken

 

Achtung! Dieses Klassenmodul könnt ihr nur bearbeiten, wenn sich die ganze Klasse beteiligt.

 

Als im August der Erste Weltkrieg begann, glaubten die Soldaten aller am Krieg beteiligten Soldaten an einen schnellen Sieg. Die Propaganda versprach ihnen, „Weihnachten wieder zu Hause zu sein″. Doch seit dem Spätherbst 1914 wurde deutlich, dass von einem schnellen Sieg keine Rede sein konnte, denn die Fronten erstarrten im Stellungskrieg. Über das Kämpfen und Sterben der Soldaten in den Schützengräben kannst du dich hier informieren. Im Winter war das Ausharren in den Gräben besonders hart.

An Weihnachten 1914 ereigneten sich bemerkenswerte Vorfälle an mehreren Frontabschnitten – vor allem dort, wo sich deutsche und britische Soldaten gegenüberstanden. Schaut euch zunächst das folgende Video an. Es ist ein 2014 veröffentlichter, aufwändig produzierter Werbespot einer britischen Kaufhauskette, der den „Christmas Truce“ (englisch: Weihnachts-Waffenstillstand) in Spielfilm-Qualität nacherzählt. Das Video dauert knapp dreieinhalb Minuten.

 

Werbespot: „Christmas Truce of 1914 – Christmas is for sharing“

 

Die Fraternisierung (also Verbrüderung) deutscher und britischer Soldaten zwischen dem 23. und dem 25. Dezember 1914 ist durch zahlreiche Quellen, darunter auch einige Fotos belegt. Die Soldaten feierten spontan zusammen, andernorts hielten sie gemeinsame Gottesdienste ab. Und tatsächlich sind mehrere Fußballspiele zwischen Briten und Deutschen überliefert. An der Verbrüderung sollen mindestens 100.000 Soldaten beteiligt gewesen sein. Aufgrund des großen Ausmaßes entschieden die Militärführer auf beiden Seiten, die aus ihrer Sicht unerwünschten Fraternisierungen nicht zu bestrafen. Allerdings wurden in den darauffolgenden Jahren im Vorfeld der Weihnachtstage harte Strafen für Verbrüderungen angedroht. So blieb der Weihnachtsfrieden von 1914 ein einmaliges Ereignis.

 

Aufgaben

1Nehmt euch etwa 20 Minuten Zeit zur Recherche von Informationen und notiert sie in Stichpunkten. Lies dir im Wikipedia-Artikel zum Weihnachtsfrieden 1914 die vier Absätze 24. Dezember – Feinde im NiemandslandEinzelne Ereignisse und ErinnerungenDas Ende des Waffenstillstandes sowie Konsequenzen durch. Wenn du noch Zeit hast, kannst du dir auch noch den kritischen Zeitungsartikel „Der «Weihnachtsfrieden» war keiner“ von Markus Pöhlmann in der NZZ (Neuen Zürcher Zeitung) durchlesen. 

 

2 | Anschließend sollt ihr die Drei-Wände-Methode durchführen. Eine Schülerin oder ein Schüler liest den ersten Satz unten auf der Liste laut vor. Jede Schülerin und je­der Schüler muss sich jetzt entscheiden und geht zu einer der folgenden drei Wände in eurem Klassen­zimmer:  

 

Wer dem Satz mit JA zustimmt, geht zur Türseite.

Wer dem Satz mit NEIN nicht zustimmt, geht zur Fens­terseite.

Wer UNENTSCHIEDEN ist, geht an die Rückwand.

 

drei-waende

 

Dann sollt ihr über den Satz diskutieren. Dafür braucht ihr z.B. eine leere Plastik-Trinkflasche. Wenn sich jemand meldet, werft ihm oder ihr die Flasche (vorsichtig!) zu. So organisiert ihr eine Meldekette. Beachtet: Nur wer die Flasche hat, darf reden! Wenn die Diskussion beendet ist oder sich im Kreis dreht, könnt ihr den nächsten Satz vorlesen. Wurden alle Sätze vorgelesen, könnt ihr auch eigene Sätze vor­schlagen.  

 

Satz 1  

Der Weihnachtsfrieden von 1914 ist zwar eine schöne Geschichte – aber mit Soldaten, die sich fraternisieren, kann man schlecht Krieg führen. 

Satz 2  

Der Weihnachts“frieden“ von 1914 ist zwar eine schöne Geschichte – aber schon nach wenigen Tagen standen sich die Soldaten wieder als Feinde gegenüber und kämpften gegeneinander. Von einem wirklichen Frieden könnte man nur sprechen, wenn sie versucht hätten, den Krieg durch eine große Meuterei tatsächlich zu beenden. 

Satz 3 

Das Video hat mich berührt. Es zeigt, dass selbst im Krieg Menschlichkeit möglich ist und die Soldaten ihre wenigen Habseligkeiten miteinander teilen. Denn es stimmt: „Christmas is for sharing“! 

Satz 4

Den Ersten Weltkrieg, der etwa 17 Millionen Menschen das Leben kostete, zum Thema eines Werbespots für eine Kaufhauskette zu machen – das ist geschmacklos!

Satz 5

Besonders in England, aber inzwischen auch in Deutschland wird heute häufig auch mit kitschigen Bildern an den Weihnachtsfrieden erinnert. Das ist komisch: Soll hier ein Bild vom „schönen Krieg“ gezeichnet werden? Ein solches Bild kann zu der Aussage missbraucht werden: Krieg ist doch gar nicht so furchtbar. Ich finde, es sollte nicht an den Weihnachtsfrieden, sondern an die schrecklichen Folgen des Ersten Weltkrieges erinnert werden. 


Stichworte zum Modul
Weihnachtsfrieden | Drei Wände-Methode | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Urteilen | Erster Weltkrieg 

 

 

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Holocaust-Mahnmal | Denkmal https://segu-geschichte.de/holocaust-mahnmal/ Tue, 06 Dec 2016 06:06:18 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=12510 Bundesrepublik Deutschland | Modul 9 | Verstehen und urteilen | Denkmäler | ◻◻ mittel | ca. 30 min Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, Foto von 2011 | Bildnachweis (Tx0h, Denkmal für die ermordeten Juden Europas 2, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia): Bild anklicken   2005 wurde in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden Europas oder (so wird es meistens genannt) das Holocaust-Mahnmal eingeweiht. Es ist eines der bekanntesten Denkmäler in Deutschland. In diesem Modul sollst du das Holocaust-Mahnmal, seine Entstehung und heutige Wahrnehmung in der Öffentlichkeit genauer untersuchen.   Bildnachweis: K. Weisser, Holocaust-Mahnmal Berlin 2006, CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia     Tipp In der Modulserie Denk Mal! Denkmäler untersuchen kannst du noch andere Denkmäler ... weiterlesen ...

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Bundesrepublik Deutschland | Modul 9 | Verstehen und urteilen | Denkmäler | ◻◻ mittel | ca. 30 min

MahnmalDenkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, Foto von 2011 | Bildnachweis (Tx0h, Denkmal für die ermordeten Juden Europas 2, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia): Bild anklicken

 

2005 wurde in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden Europas oder (so wird es meistens genannt) das Holocaust-Mahnmal eingeweiht. Es ist eines der bekanntesten Denkmäler in Deutschland. In diesem Modul sollst du das Holocaust-Mahnmal, seine Entstehung und heutige Wahrnehmung in der Öffentlichkeit genauer untersuchen.

 

Bildnachweis: K. Weisser, Holocaust-Mahnmal Berlin 2006, CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia

 

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Quer denken

Tipp

In der Modulserie Denk Mal! Denkmäler untersuchen kannst du noch andere Denkmäler kennen lernen – zum Beispiel das Hermannsdenkmal bei Detmold oder das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig.

 

Stichworte zum Modul Holocaust Mahnmal | Denkmal für die ermordeten Juden Europas Berlin | Denkmäler analysieren | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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„Hindenburgstraße“? https://segu-geschichte.de/hindenburgstrasse/ Fri, 18 Nov 2016 14:25:50 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=1041 Weimarer Republik | Modul 8 | Forschen und entdecken | Streit um Geschichte | Lernen „vor Ort“ | ◻◻ mittel | ca. 30 min | optionale vertiefende Aufgabe: 10 min 2012 wurde der „Hindenburgplatz“ in Münster umbenannt in „Schlossplatz“ | Vollständiges Bild und Bildnachweis (WIKImaniac, Straßenschild Hindenburgplatz Schlossplatz Münster, CC BY-SA 3.0, Wikimedia): Bild anklicken   In vielen Städten und Gemeinden finden sich Straßen und Plätze, die nach Paul von Hindenburg be­nannt sind. Ist der General des Ersten Weltkriegs, der von 1925 bis 1934 Reichspräsident war, ein geeigneter Namensgeber? Oder sollten „Hindenburg­straßen“ oder „Hindenburgplätze“ umbenannt werden?   Autor dieses Moduls: Paul Sprüssel, Köln Stichworte zum Modul Hindenburgstraße? | Hindenburg | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Straßennamen umbenennen Die Antworten ... weiterlesen ...

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Weimarer Republik | Modul 8 | Forschen und entdecken | Streit um Geschichte | Lernen „vor Ort“ | ◻◻ mittel | ca. 30 min | optionale vertiefende Aufgabe: 10 min

Hindenburg2012 wurde der „Hindenburgplatz“ in Münster umbenannt in „Schlossplatz“ | Vollständiges Bild und Bildnachweis (WIKImaniac, Straßenschild Hindenburgplatz Schlossplatz Münster, CC BY-SA 3.0, Wikimedia): Bild anklicken

 

In vielen Städten und Gemeinden finden sich Straßen und Plätze, die nach Paul von Hindenburg be­nannt sind. Ist der General des Ersten Weltkriegs, der von 1925 bis 1934 Reichspräsident war, ein geeigneter Namensgeber? Oder sollten „Hindenburg­straßen“ oder „Hindenburgplätze“ umbenannt werden?

 

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Autor dieses Moduls: Paul Sprüssel, Köln

Stichworte zum Modul Hindenburgstraße? | Hindenburg | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Straßennamen umbenennen

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Völkermord an den Armeniern | Streit um ein Wort https://segu-geschichte.de/voelkermord/ Wed, 16 Nov 2016 09:38:50 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=3675 Erster Weltkrieg | Modul 9 | Verstehen und Urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Tsitsernakaberd | Denkmal an den Armenier-Genozid, Foto 2015 | Vergrößerte Bildansicht und Bildnachweis (Soghomon Matevosyan, Tsitsernakaberd 102, CC BY-SA 4.0, Wikimedia): Bild anklicken   Das 20. Jahrhundert war geprägt durch zahlreiche gewaltsame Ereignisse. Nicht nur die beiden Weltkriege forderten viele Millionen Tote. Übersteigerter Nationalismus und rassistische Ideologien führten seit Beginn des Jahrhunderts zur Auslöschung von Menschengruppen nur aufgrund ihrer nationalen oder ethnischen Herkunft oder ihrer Religion, die auf Anordnung der Regierung eines Staates systematisch ermordet wurden. Das bekannteste Beispiel ist der Holocaust an den europäischen Juden in den Jahren 1941 bis 1945. Andere Beispiele solcher systematischen Massentötungen sind die Deportationen und ... weiterlesen ...

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Erster Weltkrieg | Modul 9 | Verstehen und Urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

Armenier GenozidTsitsernakaberd | Denkmal an den Armenier-Genozid, Foto 2015 | Vergrößerte Bildansicht und Bildnachweis (Soghomon Matevosyan, Tsitsernakaberd 102, CC BY-SA 4.0, Wikimedia): Bild anklicken

 

Das 20. Jahrhundert war geprägt durch zahlreiche gewaltsame Ereignisse. Nicht nur die beiden Weltkriege forderten viele Millionen Tote. Übersteigerter Nationalismus und rassistische Ideologien führten seit Beginn des Jahrhunderts zur Auslöschung von Menschengruppen nur aufgrund ihrer nationalen oder ethnischen Herkunft oder ihrer Religion, die auf Anordnung der Regierung eines Staates systematisch ermordet wurden. Das bekannteste Beispiel ist der Holocaust an den europäischen Juden in den Jahren 1941 bis 1945. Andere Beispiele solcher systematischen Massentötungen sind die Deportationen und Massentötung der Armenier im Osmanischen Reich 1915/16, die „Killing Fields“ der Roten Khmer in Kambodscha 1975 bis 1979 oder die Ermordung Tutsi in Ruanda 1994.

Darüber, ob solche Ereignisse auch als Völkermord (oder Genozid) bezeichnet werden, gibt es häufig Streit. Während der Holocaust (von wenigen Holocaust-Leugnern abgesehen) oder die Ermordung der Tutsi in Ruanda als Völkermorde bezeichnet werden und anerkannt sind, gibt es bis heute intensive Debatten darüber, ob die Deportationen und Massentötung der Armenier (und auch der Assyrer und Aramäer) während des Ersten Weltkriegs Völkermord genannt werden soll oder nicht. Eine Massentötung als Völkermord zu bezeichnen, ist nicht nur eine moralische Frage oder eine historische Interpretation. Unter dem Eindruck des Holocausts verabschiedete die UNO 1948 die Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide. Die UNO, das Europäische Parlament und viele Staaten haben die die Ereignisse von 1915/16 auf Grundlage der UN-Konvention rückwirkend als Völkermord anerkannt. Erfolgt eine solche Anerkennung, ergeben sich für die Täter bzw. Täterstaaten immer auch rechtliche Konsequenzen: Sie können vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden oder müssen Entschädigungen an die Opfer zahlen. Deshalb gibt es Personen, Staatsregierungen oder Institutionen, die es strikt ablehnen, die Ereignisse von 1915/16 als Völkermord zu bezeichnen und anzuerkennen. Auch die Bundesrepublik Deutschland hat eine offizielle Anerkennung lange abgelehnt. Im Juni 2016 hat der Bundestag in einer Resolution den Begriff „Völkermord“ offiziell verwendet – die Bundesregierung allerdings vermeidet den Begriff bis heute.

Im April 2015 jährte sich der Beginn der Deportationen und der Massentötung der Armenier zum 100. Mal. Anlässlich des Jahrestages gab es zahlreiche Gedenkfeiern. Viele Politiker und andere Persönlichkeiten haben sich zu den Ereignissen geäußert. In den Berichten über die Gedenkfeiern und Reden spielte eine Frage immer eine besondere Rolle: Wird vom Völkermord gesprochen oder nicht? In diesem Modul sollst du herausfinden, warum Ereignisse der Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein Streit auslösen können.

 

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Stichworte zum Modul Streit um ein Wort Völkermord | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Armenier | Genozid an den Armeniern | Gauck | Erdogan | Franziskus | Steinmeier

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Der 13. Februar | Gedenken an die Zerstörung von Dresden https://segu-geschichte.de/dresden/ Tue, 08 Nov 2016 12:53:25 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5539 Zweiter Weltkrieg | Modul 6 | Klassenmodul: Drei Wände-Methode | Verstehen und urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Richard Peter: Blick vom Rathausturm, Foto von 1945 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Deutsche Fotothek‎, Fotothek df ps 0000010 Blick vom Rathausturm, CC BY-SA 3.0 DE‎, Wikimedia): Bild anklicken   Achtung! Dieses Klassenmodul könnt ihr nur bearbeiten, wenn sich die ganze Klasse beteiligt.   Jedes Jahr am 13. Februar wird in Dresden an die Zerstörung der Stadt durch die britische Luftwaffe erinnert. Anders als die meisten Städte in Deutschland war Dresden bis dahin von Bombardements aus der Luft verschont geblieben. Durch den massiven Abwurf von Spreng- und Brandbomben wurde in der Stadt ein Feuersturm entfacht, bei ... weiterlesen ...

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Zweiter Weltkrieg | Modul 6 | Klassenmodul: Drei Wände-Methode | Verstehen und urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

DresdenRichard Peter: Blick vom Rathausturm, Foto von 1945 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Deutsche Fotothek‎, Fotothek df ps 0000010 Blick vom Rathausturm, CC BY-SA 3.0 DE‎, Wikimedia): Bild anklicken

 

Achtung! Dieses Klassenmodul könnt ihr nur bearbeiten, wenn sich die ganze Klasse beteiligt.

 

Jedes Jahr am 13. Februar wird in Dresden an die Zerstörung der Stadt durch die britische Luftwaffe erinnert. Anders als die meisten Städte in Deutschland war Dresden bis dahin von Bombardements aus der Luft verschont geblieben. Durch den massiven Abwurf von Spreng- und Brandbomben wurde in der Stadt ein Feuersturm entfacht, bei dem die gesamte Innenstadt ausbrannte und fast vollständig zerstört wurde – wie auf dem Foto oben zu sehen. Beim Luftangriff vom Februar 1945 wurden etwa 25.000 Menschen getötet.

Der Luftkrieg spielte im Zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle: Flugzeuge wurden dazu eingesetzt, Spreng- oder Brandbomben über Zielen des Gegners abzuwerfen. Durch den Luftkrieg sollten die Verkehrs- und Infrastruktur und kriegswichtige Industrieanlagen zerstört werden. Eine zweite Strategie war die Bombardierung von Städten und das gezielte Töten von Zivilisten, um auf diese Weise den Kriegsgegner zu schwächen.

Die deutsche Luftwaffe setzte die Strategie in der Anfangsphase des Krieges vor allem gegen Polen (in Warschau starben dabei 20.000 Menschen) und gegen Großbritannien ein (bei Bombenangriffen auf London kamen etwa 40.000 Menschen ums Leben). Luftangriffe auf Städte im Deutschen Reich führten die britische und amerikanische Luftwaffe seit 1942. Im Laufe des Krieges wurden fast alle deutschen Groß- und Kleinstädte aus der Luft angegriffen und dabei im Durchschnitt etwa die Hälfte der Gebäude zerstört – die meisten in den Innenstädten. Über die Gesamtzahl der bei den Bombardements getöteten Menschen gibt es keine Klarheit, weil in der Endphase des Krieges viele Menschen auf der Flucht waren und die Toten nicht immer genau erfasst wurden. Nach heutigen Schätzungen wurden zwischen 300.000 und 500.000 Menschen getötet.

In keiner anderen Stadt zieht das Gedenken an den Bombardierung deutscher Städte so viel Aufmerksamkeit auf sich wie am 13. Februar in Dresden. Schon 1946 wurde an diesem Tag eine Gedenkfeier abgehalten. Seit dem Jahr 2000 treffen sich Rechtsextreme und Neonazis zu einem „Trauermarsch“ in Dresden. Sie behaupten auch, dass bei den Angriffen nicht 25.000, sondern 250.000 Menschen gestorben seien (eine Zahl, die bereits kurz nachdem Krieg behauptet wurde; eine unabhängige Historiker-Kommission hat 2006 in ihrem Bericht die Zahl von 25.000 bestätigt). Am 13. Februar 2005 fand in Dresden mit etwa 6500 Teilnehmern die bisher größte Demonstration von Rechtsextremen in der Geschichte der Bundesrepublik statt. Gegen den „Trauermarsch“ demonstrieren jedes Jahr verschiedene andere Gruppen durch eigene Gedenkfeiern – beispielsweise durch eine Menschenkette rund um die Altstadt im Jahr 2011.

In diesem Modul erfährst du, weshalb um das Gedenken am 13. Februar gestritten wird und sollst dein eigenes Urteil fällen.

 

Aufgabe

1 | Informiert euch genauer über die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 und den Streit um das Gedenken am 13. Februar. Nehmt euch 20 Minuten Zeit zur Vorbereitung. Lest euch zuerst den Absatz zur Bewertung der Luftangriffe auf Dresden durch. Wenn ihr noch Zeit habt, könnt ihr euch die beiden Artikel unter „Zusatzinformationen“ durchlesen. Notiert euch wichtige Informationen in Stichpunkten.

Auf der Wikipedia-Seite Luftangriffe auf Dresden kannst du dich genauer über strittige militärische, ethische und rechtliche Bewertungen der Zerstörung Dresdens informieren.

Zusatzinformationen

Auf der Wikipedia-Seite Gedenken an den 13. Februar erfährst du, welche verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wie an den 13. Februar erinnern wollen

Im Artikel Warum genügen 25.000 Tote von Dresden nicht? der Tageszeitung „Die Welt“ vom 7. Februar 2013 kannst du dich über den Streit um die Zahl der bei der Bombardierung Dresdens getöteten Menschen informieren.

 

2 | Anschließend sollt ihr die Drei-Wände-Methode durchführen. Eine Schülerin oder ein Schüler liest den ersten Satz unten auf der Liste laut vor. Jede Schülerin und je­der Schüler muss sich jetzt entscheiden und geht zu einer der folgenden drei Wände in eurem Klassen­zimmer:  

 

Wer zustimmt und den Satz mit JA beantwortet, geht zur Türseite.

Wer ablehnt und den Satz mit NEIN beantwortet, geht zur Fens­terseite.

Wer UNENTSCHIEDEN ist, geht an die Rückwand.

 

drei-waende

 

Dann sollt ihr über den Satz diskutieren. Dafür braucht ihr z.B. eine leere Plastik-Trinkflasche. Wenn sich jemand meldet, werft ihm oder ihr die Flasche (vorsichtig!) zu. So organisiert ihr eine Meldekette. Beachtet: Nur wer die Flasche hat, darf reden! Wenn die Diskussion beendet ist oder sich im Kreis dreht, könnt ihr den nächsten Satz vorlesen. Wurden alle Sätze vorgelesen, könnt ihr auch eigene Sätze vor­schlagen.  

 

Satz 1  

Die Zerstörung Dresdens war aus militärischer Sicht sinnlos. Das gezielte Töten tausender Zivilisten war deshalb ein Kriegsverbrechen der Briten und Amerikaner.

Satz 2  

Die Zerstörung Dresdens und anderer deutscher Städte muss im Zusammenhang gesehen werden: Das Deutsche Reich hat mit dem Luftkrieg gegen Polen und Großbritannien begonnen. So ist es gerechtfertigt, dass die Alliierten später auch deutsche Städte bombardiert haben.

Satz 3 

Der britische Philosoph Anthony Clifford Grayling wird im ersten Wikipedia-Artikel mit den Worten zitiert: „Selbst wenn die alliierte Bomberoffensive teilweise oder völlig moralisch verwerflich gewesen sein sollte, reicht dieses Unrecht auch nicht annähernd an die moralische Ungeheuerlichkeit des Holocaust heran.“ Ich stimme ihm zu.

Satz 4   Es ist wichtig, dass in Dresden jedes Jahr am 13. Februar viele Tausend Menschen auf die Straße gehen, um an die Zerstörung der Stadt zu erinnern.

 

Stichworte zum Modul Der 13. Februar | Gedenken an die Zerstörung Dresdens | Drei Wände-Methode | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Urteilen | Zweiter Weltkrieg 

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Leben auf der Burg | „Ein düstrer Zauber…“?  https://segu-geschichte.de/burg/ Mon, 24 Oct 2016 17:56:05 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=15289 Lebenswelt Mittelalter | Modul 6 | Geschichtsbilder hinterfragen | Alltag | ◻◻ mittel | ca. 40 min Adolf Lehmann: Ritterburg im XIII. Jahrhundert | Schulschaubild von 1880 | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken   Viele Menschen fasziniert das Mittelalter: Burgfeste und Mittelaltermärkte ziehen tausende Besucher an. Bereits im 19. Jahrhundert gab es eine erste Welle der Mittelalter-Begeisterung. Besonders die Romantiker des frühen 19. Jahrhunderts verklärten das angeblich goldene Mittelalter. Die mittelalterliche Burg wurde zu dem Symbol dieses positiven Mittelalter-Bildes. Über eintausend Burgen sind in Deutschland – wenn auch meist nur als Ruinen – erhalten geblieben. Sie finden sich auf zahllosen romantischen Gemälden. Einige der Burgruinen wurden im 19. Jahrhundert auch wieder aufgebaut. In folgender Textquelle kommt der Burgenforscher Bodo ... weiterlesen ...

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Lebenswelt Mittelalter | Modul 6 | Geschichtsbilder hinterfragen | Alltag | ◻◻ mittel | ca. 40 min

burgAdolf Lehmann: Ritterburg im XIII. Jahrhundert | Schulschaubild von 1880 | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken

 

Viele Menschen fasziniert das Mittelalter: Burgfeste und Mittelaltermärkte ziehen tausende Besucher an. Bereits im 19. Jahrhundert gab es eine erste Welle der Mittelalter-Begeisterung. Besonders die Romantiker des frühen 19. Jahrhunderts verklärten das angeblich goldene Mittelalter. Die mittelalterliche Burg wurde zu dem Symbol dieses positiven Mittelalter-Bildes.

Über eintausend Burgen sind in Deutschland – wenn auch meist nur als Ruinen – erhalten geblieben. Sie finden sich auf zahllosen romantischen Gemälden. Einige der Burgruinen wurden im 19. Jahrhundert auch wieder aufgebaut. In folgender Textquelle kommt der Burgenforscher Bodo Ebhardt zu Wort, der als Architekt am Wiederaufbau der Burgen beteiligt war. Sein Buch über „Deutsche Burgen“ von 1898 (aus dem das folgende Zitat stammt)  war damals ein Bestseller. Versuche, die sechs Adjektive richtig einzusetzen.

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aus: Bodo Ebhardt: Deutsche Burgen, Berlin 1898, S. Vf.

 

cochem
Reichsburg Cochem | Luna04~commonswiki assumed, Reichsburg Cochem, CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia)
disney
Disneyland Florida | Childzy at en.wikipedia, Cinderella castle 2008, CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia)

Solche im Text genannten Vorstellungen prägen bis heute unsere Bilder vom Mittelalter, der mittelalterlichen Burg und dem Alltagsleben in den Burgen.

Das lässt sich anhand der beiden Fotos verdeutlichen. Sie zeigen erstens die Reichsburg in Cochem, von der im 19. Jahrhundert nur einige Ruinen erhalten geblieben waren. Zwischen 1874 und 1877 wurde eine „neue“ Burg errichtet – nicht im mittelalterlichen, sondern im romantisierenden Stil des 19. Jahrhunderts. So verspielt und voller Türme und Türmchen hat die Burg im Mittelalter nie ausgesehen! Von der Reichsburg Cochem ist es dann nur noch ein ziemlich kleiner Schritt hin zu Cinderella Castle im Disneyland.

Bodo Ebhardt behauptete oben über die Burgen und das Mittelalter, es seien „Zeiten der Ritter und Sänger, an Fehde und Tournier, an holde Burgfrauen und Minnedienst“ gewesen. Das klingt nach einem fröhlichen und angenehmen Leben auf der Burg. 

 

Aufgaben

Lies dir die beiden folgenden Texte durch: erstens eine Textquelle: den Brief des Humanisten und Dichters Ulrich von Hutten aus dem frühen 16. Jahrhundert über den Alltag auf einer Burg, zweitens eine Darstellung: den Auszug aus einem Aufsatz der Mittelalterhistorikerin Elsbeth Orth über Ritter und Turniere aus dem Jahr 1985. Ordne auch hier die sechs Adjektive richtig zu.

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Die Quelle von 1518 stammt aus der frühen Neuzeit, aber ähnliche Berichte aus dem Mittelalter sind nicht überliefert. Das Leben auf der Burg wird in den Jahrhunderten  zuvor nicht viel anders gewesen sein | Zitiert nach: Otto Borst: Alltagsleben im Mittelalter, Frankfurt/Main 1983, S. 95

 

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Elsbet Orth, Ritter und Burg, in: Josef Fleckenstein (Hrsg.), Das ritterliche Turnier. Beitrage zu einer vergleichenden Formen- und Verhaltensgeschichte des Rittertums, Göttingen 1985, S. 19-74, hier S. 71f.

 

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Stichworte zum Modul Leben auf der Burg | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Ritter | Turniere | Geschichtsbild | Mittelalter

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Völkerschlachtdenkmal Leipzig | Denkmal https://segu-geschichte.de/voelkerschlachtdenkmal/ Sun, 29 May 2016 06:04:15 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=12511 Kaiserreich und Imperialismus | Modul 5 | Quellen untersuchen: Denkmäler | Erinnern und gedenken ◻◻ mittel | ca. 30 min Völkerschlachtdenkmal Leipzig, Totenwächter, Foto von 2015 | Bildnachweis (Frank Vincentz, Leipzig – An der Tabaksmühle – Völkerschlachtdenkmal 06 ies, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia): Bild anklicken   1913 – genau einhundert Jahre nach der Völkerschlacht bei Leipzig – wurde das Völkerschlachtdenkmal eingeweiht. Es ist bis heute das höchste Denkmal in Deutschland. Es bringt die große Bedeutung nationalistischen Denkens im Kaiserreich zum Ausdruck. In diesem Modul sollst du erstens die Botschaft des Denkmals genauer untersuchen und zweitens der Frage nachgehen, wie diese Botschaft und das Völkerschlachtdenkmal heute beurteilt wird.   Bildnachweis: Izz Farhan Bin Zulkifli, Das Völkerschlachtdenkmal Leipzig, CC BY-SA 4.0, ... weiterlesen ...

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Kaiserreich und Imperialismus | Modul 5 | Quellen untersuchen: Denkmäler | Erinnern und gedenken ◻◻ mittel | ca. 30 min

Völkerschlachtdenkmal 2Völkerschlachtdenkmal Leipzig, Totenwächter, Foto von 2015 | Bildnachweis (Frank Vincentz, Leipzig – An der Tabaksmühle – Völkerschlachtdenkmal 06 ies, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia): Bild anklicken

 

1913 – genau einhundert Jahre nach der Völkerschlacht bei Leipzig – wurde das Völkerschlachtdenkmal eingeweiht. Es ist bis heute das höchste Denkmal in Deutschland. Es bringt die große Bedeutung nationalistischen Denkens im Kaiserreich zum Ausdruck. In diesem Modul sollst du erstens die Botschaft des Denkmals genauer untersuchen und zweitens der Frage nachgehen, wie diese Botschaft und das Völkerschlachtdenkmal heute beurteilt wird.

 

 

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Quer denken

Tipp

In der Modulserie Denk Mal! Denkmäler untersuchen kannst du noch andere Denkmäler kennen lernen – zum Beispiel das Hermannsdenkmal bei Detmold oder das Holocaust-Mahnmal in Berlin.

 

Stichworte zum Modul Völkerschlachtdenkmal Leipzig | Denkmäler analysieren | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Völkermord an den Herero | „Sie müssen jetzt im Sandfeld untergehen“ https://segu-geschichte.de/voelkermord-herero/ Tue, 08 Sep 2015 12:15:59 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5505 Kaiserreich und Imperialismus | Modul 10 | Verstehen und urteilen | Brutalität und Menschenrechtsverletzungen ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Überlebende Herero in der Wüste Omaheke in Deutsch-Südwestafrika, Foto vermutlich von 1907 | Bildnachweis (Public Domain, via Wikimedia): Bild anklicken   Auf dem Gebiet der 1884 gegründeten Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) lebten um 1900 nach Schätzungen höchstens 200.000 Menschen – dabei war die Kolonie flächenmäßig anderthalb mal so groß wie das Deutsche Reich. Die größte Gruppe der indigenen Bevölkerung waren die nach Schätzungen zwischen 50.000 und 80.000 Herero, die in den nur wenigen fruchtbaren Regionen des Landes lebten und dort Viehzucht betrieben. Seit Gründung der Kolonie waren tausende hauptsächlich deutsche Siedler ins Land gekommen. Sie vertrieben die Herero aus ihren ... weiterlesen ...

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Kaiserreich und Imperialismus | Modul 10 | Verstehen und urteilen | Brutalität und Menschenrechtsverletzungen ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

HereroÜberlebende Herero in der Wüste Omaheke in Deutsch-Südwestafrika, Foto vermutlich von 1907 | Bildnachweis (Public Domain, via Wikimedia): Bild anklicken

 

Auf dem Gebiet der 1884 gegründeten Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) lebten um 1900 nach Schätzungen höchstens 200.000 Menschen – dabei war die Kolonie flächenmäßig anderthalb mal so groß wie das Deutsche Reich. Die größte Gruppe der indigenen Bevölkerung waren die nach Schätzungen zwischen 50.000 und 80.000 Herero, die in den nur wenigen fruchtbaren Regionen des Landes lebten und dort Viehzucht betrieben. Seit Gründung der Kolonie waren tausende hauptsächlich deutsche Siedler ins Land gekommen. Sie vertrieben die Herero aus ihren angestammten Siedlungsgebieten – einerseits um selber Landwirtschaft zu betreiben, andererseits waren sie auf der Suche nach Kupfer und Diamanten.

1904 versuchten die entrechteten und unterdrückten Herero, sich gegen die Siedler zu wehren. Bei verschiedenen Überfällen wurden etwa 120 Siedler und Angehörige der Schutztruppen (so hießen die in den Kolonien stationierten deutschen Militäreinheiten) getötet. Der deutsche Generalstab in Berlin entsandte daraufhin tausende zusätzliche Soldaten nach Deutsch-Südwestafrika, um die dort bislang nur 700 Soldaten zählenden Schutztruppen zu verstärken. Lothar von Trotha wurde im Mai 1904 als neuer Oberbefehlshaber eingesetzt, der die Herero brutal bekämpfte. Am 11. August 1904 spitzte sich der Konflikt zu, als von Trotha und etwa 2000 Soldaten der Schutztruppen die Herero in der Schlacht am Waterberg angriffen. In chaotischen Kämpfen (um eine Vorstellung zu bekommen, kannst du dir hierzu Quelle 3 durchlesen) wurden hunderte Herero und 28 Soldaten der Schutztruppe getötet. Die überlebenden Herero flohen in der folgenden Nacht in die Sandwüste Omaheke. Von Trotha ordnete daraufhin an, den Herero die Rückkehr zu den Wasserquellen abzuschneiden und sie in die Wüste zurückzujagen. Es ist in der Forschung umstritten, wie viele Herero deshalb in der Wüste verdursteten. Nach Schätzungen überlebten zwischen 15.000 und 25.000 Herero die Ereignisse von 1904, vermutlich zwischen 35.000 und 65.000 von ihnen kamen ums Leben.

Die brutale Niederschlagung des damals sogenannten „Herero-Aufstandes“ wird von vielen Historikern heute als erster Völkermord im 20. Jahrhundert aufgefasst (zur Erklärung, was unter dem Begriff Völkermord zu verstehen ist, lies den Einführungstext zum Modul Streit um ein Wort: Völkermord). Weil die Bundesrepublik Deutschland (als Rechtsnachfolgerin des Kaiserreichs) die Tötung zehntausender  Herero (zudem vermutlich ebenfalls um die zehntausend Nama, ein Volksstamm im Norden der Kolonie, der sich kurz nach den Herero ebenfalls gegen die Siedler zu wehren begann) offiziell nicht als Völkermord anerkannt hat, gibt es bis heute politische Diskussionen und Streit wegen der Ereignisse von 1904.

 

Aufgaben

1 | Informiere dich auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung zunächst genauer über die Kolonie Deutsch-Südwestafrika und den Völkermord an den Herero.

 

2 | Öffne die Seite mit den Textquellen.

quellen

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Stichworte zum Modul Herero Völkermord | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Genozid | Lothar von Trotha | Deutsch-Südwestafrika

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Bauernkrieg | Geschichts“bild“ https://segu-geschichte.de/bauernkrieg/ Tue, 08 Sep 2015 11:07:29 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5425 Reformation | Proteste und Kriege | Modul 4 | Darstellung untersuchen: Panorama-Gemälde | Krieg |  ◻◻◻ schwer | ca. 40 min | optionale vertiefende Aufgabe: 10 min Schlachtberg bei Bad Frankenhausen, links das Panorama-Museum, Foto von 2013 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (H.Stolze, Schlachtberg, CC BY-SA 3.0, Wikimedia): Bild anklicken   Proteste gab es im 16. Jahrhundert nicht nur gegen die Kirche. In der frühen Neuzeit lebten im deutschsprachigen Raum noch etwa 80 Prozent der Menschen auf dem Land (heute nur noch etwa ein Viertel). Die meisten Bauern waren damals abhängig von ihren Grundherren, denen sie einen Teil ihrer Erträge abgeben mussten. Noch größer war die Abhängigkeit, wenn die Bauern Leibeigene der Grundherren waren. Kam es zu Missernten, gerieten die ... weiterlesen ...

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Reformation | Proteste und Kriege | Modul 4 | Darstellung untersuchen: Panorama-Gemälde | Krieg ◻◻◻ schwer | ca. 40 min | optionale vertiefende Aufgabe: 10 min

BauernkriegSchlachtberg bei Bad Frankenhausen, links das Panorama-Museum, Foto von 2013 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (H.Stolze, Schlachtberg, CC BY-SA 3.0, Wikimedia): Bild anklicken

 

Proteste gab es im 16. Jahrhundert nicht nur gegen die Kirche. In der frühen Neuzeit lebten im deutschsprachigen Raum noch etwa 80 Prozent der Menschen auf dem Land (heute nur noch etwa ein Viertel). Die meisten Bauern waren damals abhängig von ihren Grundherren, denen sie einen Teil ihrer Erträge abgeben mussten. Noch größer war die Abhängigkeit, wenn die Bauern Leibeigene der Grundherren waren. Kam es zu Missernten, gerieten die Menschen auf dem Land schnell in existenzielle Not.

1524 und 1525 erhob sich die Landbevölkerung in verschiedenen Regionen vor allem in Mittel- und Süddeutschland, der nördlichen Schweiz und im Westen Österreichs gegen ihre Grundherren und forderten ihre Rechte ein. Der im März 1525 in Memmingen verfasste Katalog der sogenannten 12 Artikel gilt heute als ein erster wichtiger Versuch, Freiheits- und Menschenrechte durchzusetzen. Doch die Grundherren und Fürsten wollten solchen Forderungen nicht nachgeben. Die Landbevölkerung organisierte sich daraufhin an vielen Orten in Bauernheeren. In verschiedenen Schlachten wurden diese schlecht organisierten und ausgerüsteten Heere von den Truppen der Fürsten vernichtend geschlagen. Nach Schätzungen kamen über 70.000 Menschen ums Leben – die meisten auf der Seite der Aufständischen.

Die Aufstände und Schlachten von 1524/25 werden in der Geschichtsschreibung als Deutscher Bauernkrieg (oder auch: „Revolution des gemeinen Mannes“) bezeichnet. Der Bauernkrieg wurde besonders in der DDR (Deutsche Demokratische Republik) als positives Ereignis der Vergangenheit bewertet. Im Sinne des Marxismus galt die Erhebung der Bauern gegen ihre Grundherren als wichtiger Schritt hin zu einer Gesellschaft, in der die Menschen sich von wirtschaftlichen Abhängigkeiten befreit haben. In der Nähe der Kleinstadt Bad Frankenhausen in Thüringen ereignete sich im Mai 1525 eine der entscheidenden Schlachten des Bauernkrieges. In den 1970er Jahren wurde dort der Bau eines großen Panorama-Museums begonnen. In dem Rundbau befindet sich ein 1722 Quadratmeter großes Gemälde, das die Zeit des Bauernkriegs mit über 3000 Figuren darstellt. Der Künstler Werner Tübke malte zwölf Jahre an dem Bild. Eröffnet wurde das Museum im Herbst 1989.

In diesem Modul lernst du das Gemälde kennen – und sollst der Frage nachgehen, warum mit dem Erinnern an Ereignisse der Vergangenheit und mit Geschichts“bildern“ oft auch politische Interessen verfolgt werden.

 

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Stichworte zum Modul Bauernkriegspanorama | Bauernkrieg | Reformation | Kriege | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht |Geschichtsbild | Bad Frankenhausen

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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