Für eine bessere Farbqualität!
Immanuel Kant

(1724 Königsberg - 1804 Königsberg) war einer der bedeutendsten Philosophen überhaupt, der der deutschen Philosophie den Anschloß an die europäische Tradition der Aufklärung vermittelte.

Der Sohn eines Riemermeisters verdankte es dem Ehrgeiz seiner bildungsbewußten Mutter, daß er das Collegium Fridericianum besuchen konnte. Diese Königsberger Gelehrtenschule wurde von Franz Albert Schultz geleitet, der die pietistische Strömung der philosophischen Schule Christian Wolffs vertrat. Der Besuch des Collegiums ermöglichte Kant zwar den Aufstieg aus dem Handwerksmilieu in den gehobenen Bürgerstand, erstickte in ihm aber jegliche Neigung zum Beruf des Pfarrers, der ihm von Elternhaus und Schule zugedacht war. Daher belegte er vorwiegend naturwissenschaftliche Vorlesungen, als er 1740 die Königsberger Universität bezog und ließ sich nur höflichkeitshalber in der Theologischen Fakultät blicken. In dieser Entwicklung wurde er besonders von Martin Knutzen (1713 - 1751). einem gemäßigten und kritischen Wolffianer, gefördert. Knutzen machte ihn gründlich mit den physikkalischen Forschungen Newtons vertraut. Zudem bestärkte er Kant in seiner Skepsis gegenüber der von den Wolffianern dogmatisch vertretenen »prästabilierten Harmonie« und der daraus resultierenden metaphysischen Annahme einer Herrschaft der Vernunft im Aufbau der Welt.

  Für eine bessere Farbqualität schalten Sie auf PNG um.
Die 1770 vorgelegte lateinische Dissertation »Über die Formen und Prinzipien der Sinnen- und Geisteswelt« arbeitete erstmals den Ansatz des Kritizismus heraus: Die traditionelle Metaphysik ist demzufolge wegen ihrer unzulässigen Vermengung sinnlicher und intellektueller Erkenntnis in eine Sackgasse (Aporie) geraten. Nur auf der Grundlage einer scharfen Grenzziehung zwischen sinnlicher und intellektueller Erkenntnis ist es möglich, eine jede Erkenntnis in dem ihr eigenen Geltungsraum festzuhalten und falsche Übergriffe - etwa im Sinne des oben erwähnten ontologischen Gottesbeweises - zurückzuweisen. Denn beide Bereiche der Erkenntnis, der der erfahrbaren Sinnenwelt und der Bereich der reinen Verstandesprinzipien, stehen im Grunde beziehungslos zueinander, laufen - ohne sich gegenseitig zu berühren - parallel nebeneinander her.

Für eine bessere Farbqualität schalten Sie auf PNG um.   Hieraus resultiert jene provozierende Fragestellung, welche der »Kritik der reinen Vernunft« zugrunde liegt: Wie ist überhaupt eine solche reine Erkenntnis, die ohne sinnliche Wahrnehmung auskommt, möglich, was kann sie zu ihrem Inhalt haben, und kann sie Erkenntnis der Realität sein? Letzteres wird von Kant in der »Kritik der reinen Vernunft als unmöglich dargetan: Nichts kann vom Verstand begrifflich erfaßt werden, was nicht zuvor in der sinnlichen Erfahrung vorgegeben ist und wiederum durch sinnliche Erfahrung beweisbar gemacht werden kann. Allein die Sinne bezeugen das Vorhandensein einer realen Außenwelt. Wenn aber nun alle Erkenntnis mit der sinnlichen Erfahrung erst einsetzen kann, so entspringt sie doch nur zu einem Teil der Erfahrung. Die andere Quelle der Erkenntnis sind die im erkennenden Geist vor und unabhängig von aller Erfahrung (d. h., a priori) bereits vorhandenen Formen der Anschauung (Raum und Zeit) und des Denkens (die Kategorien). Die Erforschung dieser Anschauungsformen und Denkformen, eine Tätigkeit des Verstandes, die auf sich selbst gerichtet ist, ist die einzig mögliche reine, d. h., unabhängig von der sinnlichen Erfahrung stattfindende Erkenntnistätigkeit. Sie kann nicht auf Gegenstände selbst gerichtet sein, sondern hat zu ihrem Inhalt die Bedingungen, unter denen Dinge gedacht werden können. Insofern ist die reine Erkenntnis immer nur transzendental - im Gegensatz zur realen Erkenntnis. Der umgekehrte Schluß, der daraus zu ziehen ist, ist folgender: Reale Erkenntnis vollzieht sich notwendig immer schon unter der Bedingung der Eigengesetzlichkeit des Denkens. Infolgedessen können Erfahrung und Denken niemals Dinge »an sich zum Inhalt haben,. sondern immer nur die Erscheinung der Dinge (Phänomen), als das Ding »für mich. Reine gedankliche Konstruktionen hinsichtlich der Dinge an sich (Noumenon) sind gar keine Erkenntnisse. Metaphysik kann so nach Kant nur die Wissenschaft von den Grenzen der Vernunft sein. Wenn sie sich aber - wie es die dogmatische Metaphysik tut - zu gedanklichen Konstruktionen wie z.B. der Existenz Gottes oder der Unsterblichkeit der Seele versteigt, muß sie sich den Vorwurf eines Mißbrauchs der Vernunft gefallen lassen.


Im Rahmen der Wissenschaftstheorie wesentliche Schriften:

Schriften zur Anthropologie, Geschichtsphilosophie, Politik und Pädagogik
 Anthropologie in pragmatischer Hinsicht
I.  Vom Erkenntnisvermögen
 Das Bewußtsein der Vorstellungen
 Sinnlichkeit und Verstand
II.  Vom Gedächtnis
III.  Vom Geschmack

Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
 Vorrede
I.  Übergang von der gemeinen sittlichen Vernunfterkenntnis zur philosophischen
II.  Übergang von der populären sittlichen Weltweisheit zur Metaphysik der Sitten
III.  Übergang von der Metaphysik der Sitten zur Kritik der reinen praktischen Vernunft

Über Pädagogik
I.  Zur anthropologischen Fundierung der Pädagogik
II.  Die Differenzierung des Erziehungsbegriffs
 Zur Disziplinierung
 Zur Kultivierung
 Zur Zivilisierung
 Zur Moralisierung
III.  Erziehung und Geschichte

 Über den Begriff "transzendental" bei Kant


Literatur:
Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
Erziehung zur Sittlichkeit, zum Verhältnis von praktischer Philosophie und Pädagogik bei Jean-Jaques Rousseau und Immanuel Kant
Immanuel Kant. Beck´sche Reihe Denker.
Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.
Kant für Anfänger. Der kategorische Imperativ. Eine Lese-Einführung.

Für eine bessere Farbqualität!